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ABC der Verbands-PR

Digital Lobbying (auch: E-Lobbying)

Digital Lobbying (auch: E-Lobbying) ist eine Unterart des Lobbyings. Das Wort Digital implementiert bei dieser Konstellation, dass es sich um eine Art des Lobbyings handelt, welches ausschließlich im und über das Internet stattfindet. Die am häufigsten genutzten Kanäle sind Twitter, Facebook, und Google+. Twitter kann hierbei als der geeignetste der drei genannten Kanäle gesehen werden, da Twitter gerade unter Politikern auf große Akzeptanz stößt und von vielen genutzt wird.

Digital Lobbying unterscheidet sich vor allem durch seine öffentliche Wirksamkeit von der klassischen Ansprache der politischen Vertreter. Die Ansprache findet beim Digital Lobbying beispielsweise nicht in einem persönlichen Brief, sondern über einen öffentlich sichtbaren Tweet (Kurznachricht bei Twitter) statt. Der politische Diskurs wird somit automatisch in der Öffentlichkeit ausgetragen. Hierdurch entsteht auch eine der größten Gefahren des Digital Lobbying und der Online-Interessenvertretung. Ein Thema, welches zu früh durch einen Tweet nach außen gelangt, kann den Prozess der digitalen Interessenvertretung sehr schnell negativ beeinflussen. Da ein zu öffentlich geführter Diskurs durchaus kontraproduktiv für die Ziele eines Lobbyisten sein kann, ist bei der digitalen Verbreitung stets Vorsicht geboten. Allerdings gibt es auch Ratgeber, die empfehlen, ein Thema direkt in die Öffentlichkeit zu tragen und hiermit aktives Agenda-Setting zu betreiben. Die Lobbyarbeit wird also digital angekurbelt.

Digital Lobbying ist darüber hinaus auch in einem persönlicheren und direkteren Rahmen möglich. So kann ein Parlamentarier beispielsweise informell mit einer privaten Nachricht über Twitter angesprochen werden. Dieser Bereich der Online-Interessenvertretung fällt auch unter Digital Lobbying, unterscheidet sich vom klassischen Lobbying jedoch kaum. Der einzige signifikante Unterschied liegt darin, dass die Ansprache direkt und ohne vorherigen Kontakt mit dem Büro des Abgeordneten stattfindet.


LOBBYING FÜR VERBÄNDE UND NGOs
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Ziele und Aufgaben des Digital Lobbyings liegen darin, durch eine unkonventionelle Art der Ansprache auf sich aufmerksam zu machen. Die klassischen Herangehensweisen im Lobbying können speziell für Neueinsteiger in der Interessenvertretung sehr komplex und langwierig sein, da ihnen oft die Erfahrung sowie die tiefgehenden Kontakte fehlen. Aber auch erfahrene Lobbyisten können die Ansprache über Social Media nutzen, um ihre Themen aktiv auf die Agenda zu setzen.

Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen beim Digital Lobbying. Diese liegen speziell in der Balance bei der Ansprache. Hierfür sind gleich mehrere Punkte zu beachten. Im ersten Schritt ist es wichtig zu wissen, ob der Politiker prinzipiell offen ist für eine Ansprache via Twitter, Facebook und Co. Im Anschluss stellt sich die Frage, wie der Politiker angesprochen wird. Wird er auf ein Problem nur aufmerksam gemacht oder versucht der Interessenvertreter es mit einer direkten Attacke? Klar ist, dass mit einer Attacke auf einen Politiker die Öffentlichkeit weit mehr auf das Thema aufmerksam gemacht wird. Persönliche Treffen oder konkrete Verhandlungen werden mit diesem Politiker im Anschluss hingegen problematisch. Darüber hinaus kann eine aggressive Ansprache andere Politiker abschrecken und so die zukünftige Interessenvertretung erheblich erschweren. Auch die Themenauswahl sollte jederzeit gründlich geprüft werden. Nicht jedes Thema ist massentauglich oder über eine kurze Twitter-Nachricht vermittelbar. Bei komplexen Thematiken ist es oft nicht ausreichend, wenn lediglich ein Link mit weitergehenden Informationen angehängt wird. Grundsätzlich ist es wichtig, einen guten Mix in der Ansprache zu finden und das Digital Lobbying mit dem klassischen Lobbying klug zu verknüpfen.

Das IFK Berlin berät bereits zum Thema Digital Lobbying:
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Strategische Social-Media-Beratung

Weiterführende Literatur:
– Friedrichsen, Mike (2014): Digitale Politikvermittlung: Chancen und Risiken interaktiver Medien, Berlin. Bei Amazon bestellen.


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