REZENSION

222 Seiten geballtes Interview-Wissen – Wie aus dem Horrorszenario Ihr Moment wird

Hauptgeschäftsführer und Kommunikationsverantwortliche aus Verbänden werden die Situation kennen: Die Anfrage für ein Interview flattert ins Haus und sofort bricht Panik aus. Aber Fragen wie „Wer sagt was?“, „Wo soll das Interview stattfinden?“ und „Wie werden Gestik und Mimik am besten eingesetzt, um das Gesagte zu unterstreichen?“ sollten sich erfahrene Kommunikationsprofis nicht stellen.
Denn Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen gibt Christian Schmid-Egger in seinem Buch „Medientraining“. Dabei ist die Aussage des Buches sehr klar formuliert: Eine Interviewanfrage muss nicht Auslöser von Angstschweiß sein, sondern ist die perfekte Möglichkeit zur Präsentation der eigenen Standpunkte in der Öffentlichkeit.
Von Grund auf und Schritt für Schritt nähert sich Schmid-Egger dem Thema Interview. Interessant ist, dass das Buch mit einer Einführung in die Mediengesellschaft beginnt. Informationen zum Medienmarkt, der Entstehung von Beiträgen, aber auch Tipps zum Umgang mit der
„Spezies Journalisten“ sollen dem Interviewgeber helfen, sich auf sein Gegenüber einzulassen. Dabei geht es vor allem darum, die Beweggründe und Motive des anderen zu kennen, um so ein Miteinander anstatt ein Gegeneinander im Interview zu erreichen. Denn Journalisten
hetzen …
In 16 Kapiteln werden alle Hürden und Tücken für den Interviewten erläutert. Dabei geht es primär um Fragen zu Techniken zur adäquaten Vermittlung von Inhalten in einem Interview. Unter anderem ist eine verständliche Sprache das A und O. Wer beispielweise Interesse hat, in ganz Deutschland verstanden zu werden, sollte es vermeiden, dialektal geprägte Wörter zu verwenden. Auch der Ausdruck und die Wortwahl sind hierbei wichtig. Positive Formulierungen und der Verzicht auf Fachsprache helfen, auch Fachfremde für die Sache zu begeistern.
Gleichermaßen wird der Inhalt eines Interviews in Schmid-Eggers Ratgeber ausführlich behandelt. Der klassischen Frage „Was darf ich in einem Interview überhaupt sagen?“ wird ausführlich Rechnung getragen. Dabei ist die Phrase „Erst denken, dann sprechen“ im Besonderen wichtig. Denn durch überlegte Antworten können das persönliche Image und die eigenen Interessen erfolgreich kommuniziert werden.
Aber auch persönliche Herausforderungen, wie der Umgang mit Lampenfieber, werden thematisiert. Den Schwerpunkt legt der Autor hierbei auf Interviewanfragen von elektronischen Medien, also Fernseh- und Radiosendern.
Insgesamt ist der Ratgeber übersichtlich aufgebaut. Durch die Verwendung von Icons findet sich der Leser schnell zurecht. Situationen, die der Autor bereits selbst erlebt hat, werden beispielsweise als Praxis- Beispiele durch eine Büroklammer am Rand visuell gekennzeichnet. Auch Checklisten zu einzelnen Punkten können durch ein Haken-Icon schnell gefunden werden. Ein großer Pluspunkt ist die Verknüpfung des Buches mit dem Internet. Auf der Website www.erfolgreiches-medientraining.de können Interviewausschnitte als Positiv- oder Negativbeispiel angeschaut werden. Im Buch werden diese visuellen Beispiele schriftlich erläutert und durch ein Kamera-Icon kenntlich gemacht.
Insbesondere aber das Kapitel „Krisenkommunikation“ ist für Kommunikationsexperten in Verbänden interessant. Anhand der „Musterkrise“ rund um die Ölplattform Brent Spar im Jahre 1995 erklärt der Medienexperte die Fehler, die unbedingt vermieden werden sollten. So empfiehlt der Autor, im Falle einer Krise die Dinge weder zu verharmlosen noch zu verheimlichen. Stattdessen sollte Verantwortung und Offenheit den Kommunikationsstil prägen.
Schmid-Egger macht in seinem Buch aber auch deutlich, dass nicht jeder für Medienauftritte geeignet ist. Die Wahl der Person, die vor die Mikrofone tritt, sollte sorgfältig getroffen werden, damit der Verband oder das Unternehmen kompetent vertreten wird. Durch die mitgelieferte Checkliste kann die Auswahl des perfekten Medienvertreters unterstützt werden.
Auch das Kapitel „Ihre Rechte und Pflichten beim Interview“ ist für Presseverantwortliche sehr hilfreich. Tipps vonseiten des Autors gibt es zum Beispiel, wenn der Interviewte falsch zitiert worden ist und die Dinge geradegerückt werden sollen. So besteht in diesem Fall das Recht auf eine Gegendarstellung. Doch die Umsetzung in der Praxis ist oft schwierig – gerade bei Interviews mit elektronischen Medien leidet dadurch nicht selten die Glaubwürdigkeit der Aussagen. Ein Grund mehr dafür, die bereits genannte Wendung „Erst denken, dann sprechen“ als das Leitbild eines Interviews heranzuziehen.
Fazit
Christian Schmid-Egger schafft mit seinem Buch Erstaunliches. Durch Checklisten, Praxisbeispiele (sogar multimedial) und eigene Erfahrung wird das komplexe Thema Interview praxisnah und anwendungsorientiert erläutert. Besonders Laien in diesem Bereich sei das Buch ans Herz gelegt. Durch aufmerksame Lektüre können typische Fehler bei einem Interview von vornherein vermieden werden. Aber auch interviewerfahrene Kommunikationsexperten können durchaus etwas dazulernen. Durch den strukturierten Aufbau können einzelne Themenfelder, in denen noch Nachholbedarf besteht, schnell nachgeschlagen werden. Alles in allem bietet der Ratgeber das Komplettpaket, um Angstschweiß in Vorfreude zu verwandeln.
Übrigens: Wichtige Tipps für alle Bereiche der Verbandskommunikation haben wir bereits für Sie zusammengestellt:
Alle Ausgaben des Verbandsstrategen
Bewertung:
Schmid-Egger, Christian (2013): Medientraining, Konstanz.
ISBN: 978-3867643757
222 Seiten, 24,99 EUR
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rezensiert von Johanna Specker, IFK Berlin

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