PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Pressekonferenz als Livestreaming

(c)istockphoto.com/arsenik Möchten Sie wichtige Neuigkeiten Ihres Verbandes direkt an die Öffentlichkeit bringen? Wollen Sie mit einer Pressekonferenz mehr Leute erreichen als nur die Journalisten der lokalen Medien? Wünschen Sie sich eine Möglichkeit, dass auch alle Verbandsmitglieder z.B. eine Rede live über das Internet mitverfolgen können? Dafür gibt es eine einfache, schnell zu realisierende und gleichzeitig kostengünstige Lösung: Ein Livestream Ihrer Pressekonferenz im Internet. Wie Sie dies mit einfachen Mitteln umsetzen können und was es zu beachten gilt, erfahren Sie hier.
Immer mehr Journalisten nutzen das Internet für ihre Recherche. Dabei wächst auch die Bedeutung von Videostreams permanent. Im Medien-Trendmonitor 2010 gaben rund ein Drittel der befragten Journalisten an, Events oder Pressekonferenzen per Streaming für Recherchezwecke zu verfolgen. Der Vorteil: Die ortsunabhängige Teilnahmemöglichkeit erspart den Pressevertretern teure Anfahrten und für den Verband erhöht sich so die Wahrscheinlichkeit, auch von weit entfernten Redaktionen beachtet zu werden. Wenn Verbände den Link zu einem Livestream auch an ihre Mitglieder versenden, erhalten diese Neuigkeiten aus erster Hand. Neben kostenpflichtigen Anbietern gibt es kostenlose Livestreaming-Plattformen, auf denen Pressesprecher ohne spezielles technisches Vorwissen einen Stream einrichten können.
Eine Frage der Ausrüstung.
(c)istockphoto.com/arsenikUm die Bilder einfangen zu können, brauchen Sie zunächst eine geeignete Kamera (Webcam). Die Preisspanne ist bei diesen sehr groß, denn mit den Qualitätsanforderungen steigen natürlich die Kosten. Einfache Modelle, die eine für Livestream-Übertragungen ausreichende Qualität besitzen, sind im Elektrofachhandel bereits ab ca. 15 Euro erhältlich.
Gesteuert und verarbeitet wird das Videobild mit einem Computer, an den die Webcam angeschlossen wird. Dieser muss über eine Internetverbindung verfügen. Am sichersten ist eine Kabel-Verbindung, da es über WLAN häufiger zu Störungen kommen kann. Außerdem sollte die Bandbreite des Anschlusses nicht zu gering sein, da der Stream sonst nicht gleichmäßig ins Internet übertragen werden kann. Empfohlen wird mindestens ein DSL 6000-Anschluss. Die Geschwindigkeit der Internetverbindung kann über sogenannte Speedtests ermitteln. Möglich ist dies beispielsweise auf den Webseiten computerbild.de, speedmeter.de oder speedreport.de.
Unser Tipp: Achten Sie beim Kauf der Webcam auf ein integriertes Mikrofon oder (je nach Raumgröße) darauf, dass sich ein externes Mikrofon anschließen lässt. Bezüglich der Bildqualität lassen Sie sich im Fachhandel beraten oder informieren Sie sich mithilfe von Testberichten oder Produktvergleichen in Online-Computer/zeitschriften wie z.B. Chip Online, Computerbild oder PC /Welt.
ANZEIGE

Professionalität vs. Budget?
Im Internet gibt es zahlreiche Livestreaming-Anbieter; es ist deshalb nicht immer ganz einfach, sich im Dschungel der Angebote zurechtzufinden. Wichtig ist, sich im Voraus darüber im Klaren zu sein, welche Zwecke und welches Publikum der Stream erreichen soll und welches Budget insgesamt dafür zur Verfügung steht.
Neben kostenpflichtigen Angeboten gibt es kostenlose Streaming-Portale, die auch für unerfahrene Nutzer geeignet sind, da sich ein Lifestream meist in nur wenigen, einfachen Schritten einrichten lässt. Dieser kann von den Nutzern entweder direkt über einen Link empfangen werden, oder er lässt sich auf der eigenen Verbands-Homepage einbetten. Auch Grafiken wie Logos, Bilder oder Textbausteine können in den Stream eingebaut werden. Für eine Pressekonferenz sehr vorteilhaft ist auch die Chat-Funktion, über die Zuschauer online Fragen stellen können. Durch eine Aufzeichnungsmöglichkeit ist der Stream schließlich auch im Nachhinein noch abrufbar und kann so bei Bedarf für andere Zwecke verwendet werden.
Ein schwerwiegender Nachteil bei kostenlosen Streaming-Angeboten ist die eingeblendete Werbung. Auch gibt es für aufgezeichnete Videos oft nur begrenzten Speicherplatz und keine Möglichkeit, in HD-Qualität zu streamen. Angemerkt werden muss zudem, dass der Zugang auf solchen Gratis-Plattformen nicht beschränkt werden kann und die Videos somit für alle Nutzer sichtbar sind.
Unser Tipp: Machen Sie sich vor dem Kauf des Equipments und vor der Entscheidung für einen Streaming-Anbieter Gedanken darüber, wie Sie sich den Stream vorstellen, für welche Zwecke Sie ihn nutzen wollen und welche Ansprüche Sie an die technische Qualität haben. Wenn Ihr Verband sonst auf Spitzenniveau agiert, sollten Sie auch einen professionellen Dienstleister beauftragen.
Testen Sie das Streaming unbedingt mit Ihrem Equipment direkt vor Ort und unter den Bedingungen, die auch bei der Pressekonferenz herrschen werden. Nur so können Sie im Voraus mögliche Fehlerquellen ausschließen.
Videostreaming-Anbieter
(c)istockphoto.com/arsenik
Livestream.com:
Einen Livestream auf livestream.com einzurichten und zu starten ist einfach und dauert nur wenige Minuten. Direkt auf der Startseite befindet sich ein Button mit der Bezeichnung ‚Launch a Channel‘ (zu Deutsch: ‚Eröffne einen Kanal‘). Im Folgenden müssen Nutzer den gewünschten Channel benennen und sich als Nutzer der Plattform unter Angabe von Geburtsdatum und E-Mail-Adresse registrieren. Hier erscheint auch der Link, der für das Teilen des Streams oder das Einbetten in die eigene Homepage benötigt wird. Mit dem sogenannten Webcaster kann der Stream direkt starten, ohne dass zuvor ein Programm heruntergeladen werden muss. Dabei lassen sich verschiedene Parameter voreinstellen, zum Beispiel für die Aufzeichnung. Einschränkungen gibt es beim Speicherplatz für aufgezeichnete Videos, hier besteht ein Limit von 10 GB.
Ustream.tv: Auch bei Ustream.tv findet sich direkt auf der Startseite ein Button, mit dem man auf schnellem Weg einen Channel generieren kann. Mit einer bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitung gelangt man auch bei diesem Anbieter in nur wenigen Minuten zum Livestream. Die am häufigsten gestellten Fragen werden in einem Hilfe-Center beantwortet, andere können im Hilfe-Forum gestellt werden. Ein Vorteil der Plattform ist außerdem der unbegrenzte Speicherplatz für aufgezeichnete Videos und deren übersichtliche und einfache Verwaltung.
Um eingeblendete Werbung im Stream zu vermeiden, muss ein kostenpflichtiges Paket erworben werden. Mit dem Starter-Paket, das 99 US-Dollar im Monat kostet, erwirbt man 100 werbefreie Zuschauerstunden pro Monat. Weitere Vorteile bringt das Paket allerdings nicht mit sich.
von Verena Uttner (IFK Berlin)
Weitere Informationen
– Jetzt solche Artikel abonnieren: Greifen Sie zu, und tragen Sie sich für ein kostenloses Frei-Abonement des „IFK Verbandsstrategen – Servicemedium für professionelle Verbandskommunikation“ ein.
– Jetzt pdf downloaden: Diesen Artikel finden Sie im IFK Verbandsstrategen (Ausgabe 03/2012, S. 4).

Kontakt

Wir beraten Sie gerne.

Wenn Sie ein Projekt haben, das Sie gern mit uns diskutieren möchten, nehmen Sie einfach Kontakt auf. Wir freuen uns über spannende Projekte.