FUNDRAISING

Spendenveranstaltung: Fundraising für Verbände

Welche Möglichkeiten nutzt ein Verband, um die finanzielle Situation zu verbessern? Wie finanziert man die wohltätigen, sozialen Projekte in einem Verband und macht die Öffentlichkeit darauf aufmerksam? Mit einer Spendenveranstaltung lassen sich mehrere dieser Herausforderungen meistern.
Heutzutage gibt es viele unterschiedliche Arten von Spendenveranstaltungen: Benefizkonzerte, Bälle, Bankette und zahlreiche weitere. Sie helfen alle bei der Finanzierung von bestimmten Projekten. Gleichzeitig wird das Image des Verbandes aufpoliert, es werden Aufmerksamkeit und Interesse erzeugt und der Sinn für Wohltätigkeit rückt in den Vordergrund. Solche Veranstaltungen helfen darüber hinaus dabei, Kontakte zu neuen Partnern, potenziellen Mitgliedern zu knüpfen und bestehende Kontakte zu pflegen.
Publikumsfrage: Öffentlich und privat
Am Anfang jeder Spendenveranstaltung steht die Frage nach geeigneten Gästen. Idealerweise haben diese eine gewisse Affinität zu dem zu fördernden Projekt oder stehen dem Verband nah. Das können Partner, wichtige Sponsoren, Kunden und nicht zuletzt Mitglieder sein. Diese sollten schriftlich oder per E-Mail eingeladen werden.
Trotzdem darf dabei der öffentliche Charakter der Veranstaltung nicht verloren gehen. Denn abgesehen von den geladenen Gästen sollte jeder, der spenden möchte, die Möglichkeit haben teilzunehmen. Dadurch vergrößert sich nicht nur die Summe, die eingenommen wird, sondern auch die Kontaktanzahl.
Unser Tipp: Schauen Sie über den Tellerrand und überlegen Sie, welche Einrichtungen im weitesten Sinne vom Erfolg dieses Projektes profitieren. Bei der geplanten Förderung einer Branchenakademie könnten dies neben Fachverlagen angrenzende Hotels und Gaststätten sowie Verkehrs- und Tourismusorganisationen sein.
(c)istockphoto.com/PalleCVeranstaltungsarten: Singen, Tanzen oder Essen
Benefizkonzert, Tanzabend oder doch das Essen? Welche Art der Spendenveranstaltung ist am geeignetsten? Je nach Verband und Spendenzweck kann das variieren. Natürlich wird sich ein Landesmusikrat eher auf ein Benefizkonzert einlassen, wenn es um die Förderung junger Musiker geht. Dabei gilt es, sich genau zu überlegen, welche Musik zum Abend und zum angestrebten Publikum passt. Entsprechend soll der Music-Act mit Bedacht gewählt werden.
Unser Tipp: Die meisten Spendenveranstaltungen finden in Form eines Essens statt. Damit wird das breiteste Publikum erreicht. Bei einem Konzert oder einer Tanzveranstaltung hingegen werden nur die Interessen Einzelner angesprochen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, wählen Sie das Buffet oder ein Gänge-Menü. Sie sollten versuchen, den Hauptprogrammpunkt des Abends vorher einmal zu testen – egal ob es sich um ein Essen oder ein Konzert handelt. Dies gilt auch für Empfehlungen, die Ihnen von Mitgliedern oder Hauptgeschäftsführern ausgesprochen werden. Nehmen Sie hierzu direkt mit dem entsprechenden Dienstleister Kontakt auf, normalerweise wird Ihnen ein Termin angeboten.
Partnerschaften: Gemeinsam erfolgreich sein
Speisen und Getränke, Personal, Dekoration, Saal und vieles mehr kosten viel Geld. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig auf Sponsorensuche zu begeben. Dabei gilt es, genau zu überlegen, wer infrage kommt. Denn Sponsoren und Partner können den Erfolg von Veranstaltungen entscheidend beeinflussen. Medien bieten Publizität, die Veranstaltung bietet Redakteuren die Möglichkeit der Moderation.
Sponsoren erhalten die Möglichkeit der prominenten Nennung und bezuschussen dafür einen Teil der Veranstaltung. Immer wieder lassen sich auch prominente Persönlichkeiten für eine Schirmherrschaft gewinnen. Hierbei sollte nicht im Vordergrund stehen, dass die Persönlichkeit dem Verband gefällt, sondern bei der Zielgruppe (den potenziellen Gästen) besonderes Ansehen genießt. Getreu dem Motto: „Der Wurm muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken.“
Unser Tipp: Überlegen Sie sich bei der Sponsoren- und Partneransprache genau, was Sie für einen Mehrwert bieten können, um für die Partner einen wirklichen Anreiz zu liefern. Informieren Sie sich dazu auch auf den Internetseiten potenzieller Mitstreiter.
(c)istockphoto.com/olgakrSpendenprozess: Danken
Bei den oben beschriebenen Spendenveranstaltungen ist es üblich, 100 bis 500 Euro als Eintritts- bzw. Spendengeld zu verheben. Somit spendet jeder Gast dieselbe Summe. Nicht selten entscheiden sich Gäste auch spontan, zusätzlich größere Summen zu spenden. Meist wird die gewünschte Summe dann diskret auf der Visitenkarte des Spenders vermerkt. Der offizielle Schriftwechsel (Bankverbindung) und Spendenquittungen werden dann im Nachgang ausgetauscht.
Unser Tipp: Bei der kurzen Begrüßungsansprache zu Beginn des Abends, in der den Gästen für ihr Kommen und ihre Spenden gedankt wird, sollten Sie auch kurz ein, zwei Worte über das zu fördernde Projekt verlieren. Diese Funktion können auch kleine Informationsflyer oder Ähnliches übernehmen. Nicht zuletzt ist es wichtig, den Spendenwert in ein Bild zu übersetzen: „Durch Ihre Spenden am heutigen Abend können nun 250 afrikanische Familien mit Trinkwasser versorgt werden.“ Auf weitere Spendenmöglichkeiten, wie z. B. einen Barspendentopf am Ausgang, sollten Sie nur in Ausnahmefällen hinweisen.
Pressearbeit: Ergebnisse präsentieren
Eine Steigerung des Ansehens kann nur erfolgen, wenn möglichst viele Menschen von der eigenen Wohltätigkeit erfahren. Hier kommt die Presse ins Spiel. Unabhängig von bestehenden Medienpartnerschaften sollten Medienvertreter eingeladen werden. Denn sobald in Zeitungen, Radiosendern oder im Fernsehen von der Veranstaltung und dem Verbandsengagement berichtet wird, gewinnen Sie eventuell neue Unterstützer.
Unser Tipp: Laden Sie die Journalisten nicht nur zur (kostenlosen) Teilnahme an der Veranstaltung ein, sondern statten Sie sie mit den wichtigsten Informationen zu dem Projekt aus und informieren Sie in einer vorbereiteten Pressemappe auch über mögliche Interview- und Ansprechpartner.
von Martina Schnitzer, IFK Berlin
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