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Welches sind die Herausforderungen bei der Kommunikation mit Ehrenamtlichen?

Worauf es bei der Kommunikation mit Ehrenamtlern ankommt und welche Maßnahmen Verbände bei der Koordinierung und Informationsweitergabe anwenden können, haben wir drei Experten gefragt. Hier lesen Sie die Antworten.
 
„Professionalität beweisen“
Martina Löw, Freiwilligenreferentin, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND), meint:
„Kommunikation mit Ehrenamtlichen muss verbindlich und persönlich sein und eine hohe Kontinuität aufweisen. Dies bedarf der Fachkompetenz und hoher Professionalität. Das wichtigste Arbeitsmittel ist die verantwortliche Kontaktperson. Grundsätzlich folgt die Kommunikation mit Ehrenamtlichen den Zielen der internen Kommunikation: Informationsverbreitung, Optimierung von Abläufen, Austausch, Motivation und Bindung.
Die Kommunikationswege stehen gleichberechtigt nebeneinander: persönliche Treffen, Telefongespräche und elektronisch gestützte Kommunikation. Es hilft, die Ehrenamtlichen themenspezifisch oder gremienspezifisch anzusprechen und auf die Wertigkeit der Angebote zu achten.“
 
„Das große Ganze im Blick behalten“
Bastian Roet, Konventionsbeauftragter (ehrenamtlich), Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Offenbach e. V., meint:
„Durch die föderale Struktur und Größe des Roten Kreuzes steht die Kommunikation mit Ehrenamtlichen ständig vor dem Spagat, vor Ort zu funktionieren, sich aber nicht zu verselbstständigen. Das DRK leistet ehrenamtliche Arbeit, bietet kommerzielle Dienstleistungen und ist national wie international aktiv. Interne wie externe Zielgruppen lassen sich hierbei nur schlecht voneinander trennen.
Bei der Kommunikation mit Ehrenamtlichen sollte aus meiner Sicht ein stärkeres Gewicht auf die Vermittlung des ,großen Ganzen‘ gelegt werden. Sie darf sich daher nicht auf das Feld des Praktischen zurückziehen, sondern sie muss jedem einzelnen aktiven Mitglied auch ein Angebot zur persönlichen Sinnstiftung der eigenen Arbeit machen.“
 
„Anerkennung nicht vergessen“
Thomas Hummitzsch, Pressereferent, Humanistischer Verband Deutschlands – Berlin-Brandenburg, meint:
„Ehrenamtliche möchten direkt und persönlich angesprochen werden. Nichts ist schlimmer als eine anonyme und förmliche Ansprache. Ihr Anliegen sollte dabei als gemeinsames Anliegen verstanden und formuliert werden, denn wenn sich Ihre Ehrenamtlichen nicht mit Ihrer Organisation identifizieren, werden Sie sie über kurz oder lang als Unterstützer an einen Konkurrenten verlieren.
Diese Identifizierung mit der Organisation will immer wieder bestätigt werden. Um dies zu unterstützen, öffnen Sie die Kommunikationswege. Nicht nur Sie wollen mit Ihren Ehrenamtlichen kommunizieren, sondern Ihre Ehrenamtlichen meist auch mit Ihnen. Und vergessen Sie schließlich die sichtbare Anerkennung nicht, denn es sollte Ihnen mindestens aller Ehren wert sein, dass Menschen ihre Freizeit Ihrem Anliegen widmen.“
 
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– Jetzt pdf downloaden: Diesen Artikel finden Sie im IFK Verbandsstrategen (Ausgabe 07/2014, S. 3).

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