MITGLIEDERKOMMUNIKIATION

Mitgliederbefragung im Internet

(c)istockphoto.com/JazzBoo Möchten Sie gerne Entscheidungen treffen, die im Sinne ihrer Mitglieder sind? Wissen Sie, was ihre Mitglieder denken? Fühlen sich ihre Mitglieder in das Verbandsgeschehen integriert? Sind sie zufrieden mit der Arbeit des Verbandes? An welchen Stellen gibt es Verbesserungsmöglichkeiten? Um das herauszufinden, benötigen Sie eine Mitgliederbefragung. Sie erhalten durch wenig Arbeitsaufwand ein nützliches Feedback und können in Zukunft die Meinungen ihrer Mitglieder in den Mittelpunkt ihrer Strategien stellen. Wie Sie das am einfachsten machen, erfahren Sie hier.
Eine Befragung verschafft Verbänden einen Überblick über die Mitgliedersicht. Das Wissen ermöglicht, die Interessen und Anforderungen optimal zu bedienen und in Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. Die breite Masse des Verbandes wird dabei integriert und fühlt sich wahrgenommen. Der Verband erhält geleichzeitig eine hilfreiche Rückmeldung und kann in Erfahrung bringen, welche Entscheidungen die Mitglieder befürworten und an welchen Punkten sie weniger zufrieden sind. Dadurch haben Verbände die Möglichkeit gezielter Interventionen, um Verbesserungen für ihre Mitglieder herbeizuführen. Die Resultate sind höhere Mitgliederzufriedenheit, Sicherheit in der Vertretungsfunktion und langfristig bessere Erfolgsaussichten.

Zielsetzung: Abfrage, Dialog oder Legitimation?

(c)istockphoto.com/FrankRamspott Was möchte man mit der Befragung erreichen und welche Ergebnisse möchte man erzielen? Zu Beginn das Ziel festzulegen ist wichtiger Bestandteil für eine erfolgreiche Mitgliederbefragung. Durch diesen Schritt wird die Befragung von Anfang an in die richtige Richtung gelenkt und man erhält am Ende aufschlussreiche Resultate.
In Bezug auf das Ziel werden die Fragen an die Mitglieder formuliert. Hierbei ist vorerst eine Entscheidung zwischen offenen und standardisierten Fragen zu treffen. Offene Fragen sind frei formuliert und jedes Mitglied kann in Form eines oder mehrerer Sätze eine individuelle Antwort geben. Die Antworten fallen facettenreich aus, bringen aber einen großen Arbeitsaufwand bei der Auswertung mit sich. Im Gegensatz dazu haben die Mitglieder bei der standardisierten Frageform vorgegebene Antwortmöglichkeiten, zwischen denen sie wählen müssen. Die Auswertung fällt hier wesentlich schneller und leichter aus.
Unser Tipp: Verwenden Sie für ihre Mitgliederbefragung den Typ der standardisierten Frageform. Sie ersparen sich somit Arbeit bei der Auswertung, und ihre Mitglieder müssen weniger Zeit für das Ausfüllen der Befragung aufwenden.

Methode: Online, Stift oder Papier?

Immer mehr wird heutzutage bei Befragungen auf Stift und Papier verzichtet und die Form der Online-Befragung gewinnt an Popularität. Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Bei der Online-Befragung spart man in erster Linie sowohl Druck- als auch Versandkosten. Die Probanden sind per E-Mail sehr leicht zu erreichen und benötigen kürzere Antwortzeiten, als bei einer normalen Befragung auf dem Postweg. Weiterhin besteht die Möglichkeit ihre Mitglieder an noch nicht beantwortete Fragebögen per E-Mail zu erinnern. Bei herkömmlichen Stift-Papier-Befragungen würde das neue Druck-, Versand und eventuell Telefonkosten hervorrufen. Ein Online-Fragebogen ist einfach und schnell erstellt und ermöglicht den Einsatz multimedialer Elemente, wie beispielsweise Videos. Insgesamt gesehen sind dadurch Online-Befragungen zeit-, kosten- und auch personalsparender als Umfragen mit Stift und Papier.
Unser Tipp: Verzichten Sie auf lästige Befragungen mit Stift und Papier — gehen Sie den einfachen Weg der Online-Befragung.

Online-Umfragen im Vergleich: Unkompliziert & aussagekräftig

(c)istockphoto.com/FrankRamspottIm Internet findet man zahlreiche Tools, mit denen man eine Umfrage für Mitglieder erstellen kann. Das Angebot reicht bei unterschiedlichen Qualitäten von kostenlos bis teuer. Trotz einiger Unterschiede gibt es auch Gemeinsamkeiten: So setzen durchweg alle Anbieter eine Registrierung und die Einrichtung eines Accounts voraus. Die Anmeldung lässt sich jedoch schnell und einfach durchführen. Alle Tool-Anbieter bieten dem Nutzer Gestaltungsoptionen für seine Umfrage: oft lässt sich das Design verändern, einige ermöglichen sogar die Integration des eigenen Logos. Wie viele Gestaltungsfreiheit ein Tool für Online-Umfragen einräumt, hängt oft mit seinem Preis zusammen; es gibt aber auch kostenlose Tools, die eine optimale Mitgliederbefragung ermöglichen.
Der Test
Im Folgenden werden die Stärken und Schwächen von vier Umfragetools kurz erläutert. Welcher Anbieter der zweckdienlichste ist, muss je nach Schwerpunkt der eigenen Umfrage individuell entschieden werden.

echopoll

Nach einer ersten Orientierungsphase finden Benutzer sich gut auf der Website zurecht. Die Anweisungen sind präzise formuliert, und es werden keine Vorkenntnisse benötigt, um eine Umfrage zu erstellen. Echopoll wirbt damit, dass der Benutzer sein eigenes Logo in die Umfrage integrieren kann. Leider funktioniert dies nur, wenn man den Business Tarif zusätzlich kauft. Ein großer Pluspunkt ist jedoch, dass man bis zu 5.000 E-Mails an Teilnehmer versenden kann.

Survey Monkey

Die Stärken von Survey Monkey liegen in den Punkten Benutzerfreundlichkeit, Übersichtlichkeit und Anpassungsfähigkeit. Die Bedienung erfolgt auch hier intuitiv, dank der einfach und klar gehaltenen Struktur. Aufgrund der begrenzten Frage- und Teilnehmeranzahl eignet sich das Tool jedoch nur für kleine Umfragen. Außerdem lassen sich Ergebnisse nur in begrenztem Maße verarbeiten und auch nicht graphisch darstellen.

Lime Survey

Was bei Survey Monkey fehlt, bietet das Umfragetool Lime Survey. Hier sind Umfrage- und Teilnehmeranzahl unbegrenzt, und es gibt eine Auswertfunktion, die Ergebnisse in graphischen Darstellungen liefert. Lime Survey ist jedoch kompliziert in der Installation und Bedienung und nur für Nutzer zu empfehlen, die Zeit haben sich einzuarbeiten oder bereits über Vorkenntnisse verfügen.

Zoomerang:

Um eine Umfrage mit Zoomerang zu gestalten, benötigen Nutzer keine Vorkenntnisse. Eine Besonderheit stellt hier die Möglichkeit zu direktem ‚Sharing‘ der Umfrage über Facebook und Twitter dar. Nachteilig ist jedoch, dass die kostenlose Umfrage nur 12 Fragen und 100 Antworten zulässt und weitere Einschränkungen der Individualisierungs- und Auswertungsmöglichkeit aufweist. Eine vollwertige Version kommt dem Nutzer sehr teuer.
von Isabelle Möckel, IFK Berlin – Institut für Kommunikation
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– Jetzt pdf downloaden: Diesen Artikel finden Sie im IFK Verbandsstrategen (Ausgabe 09/2011, S. 7).

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