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Wie Netzwerken Sie?

Podiumsdiskussion, Eigen-PR oder Einladungen zum Mittagessen — es gibt viele Wege, mit denen Verbandsvertreter versuchen, das eigene Netzwerk zu pflegen. Wir haben drei Experten gefragt, was professionelles Networking ausmacht und wie sie versuchen, das Beste aus ihrem Adressbuch herauszuholen.
„Twitter ist mein Netzwerk“
Bernd Hüttemann, Generalsekretär, Europäische Bewegung Deutschland e. V., meint:
„Netzwerken ist ein Privileg meines Jobs, noch dazu im Mehrebenensystem EU. Die Instrumente sind im europäischen Geschäft eigentlich die gleichen wie in Berlin. Bi- und multilaterale Treffen, Briefings, Dialogveranstaltungen, Empfänge. Was Europapolitik aber so einzigartig macht, ist die Kombi aus Brüsseler ‚Bubble‘ mit nationalen Blasen. Zusammen ergibt das ordentlichen Schaum, den man analog nicht mehr durchdringt.
Deshalb ist für mich Online-Netzwerken mit Twitter wichtiger denn je. 140 Zeichen vernetzen sogar bei schlechter Grammatik viele Sprachen und Akteure. Seit ich im @NetzwerkEBD mit meinem Account @huettemann unterwegs bin, ist das EU-Netzwerken authentisch, zeit- und energiesparend.“
 
„Ich gebe und mir wird gegeben“
Michael Brandl, Geschäftsführer, Fachverband Kartonverpackungen f. flüssige Nahrungsmittel e. V., meint:
„Vielleicht sollte man den Lobbyisten umbenennen in ‚Netzwerker‘. Klingt besser und trifft es auch besser. Denn wie im privaten Leben, so spielen auch gerade im Verbandsgeschäft ein gutes Miteinander und die sich daraus ergebenden ‚Konse-quenzen‘ zur Erreichung von Zielen eine wesentliche Rolle.
Nachhaltiger Erfolg stellt sich allerdings nur ein, wenn das keine Einbahnstraße ist – die dann meist eine sehr kurze Sackgasse wäre –, sondern wenn ein lebendiges Geben und Nehmen auf allen möglichen Plattformen daraus entsteht. Zudem gilt die alte, aber in unserem Geschäft doch so sehr zutreffende Binsenweisheit: Man begegnet sich mindestens zwei Mal im Leben – hoffentlich ohne böse Überraschungen.“
 
„Eigenen Mix kreieren und bitte nicht anbiedern“
Christian Lorenz, Teamleiter Themenmanagement, Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V., meint:
„Das Rezept für erfolgreiches Networking? Gibt es für mich nicht wirklich. Aber vielleicht ein paar Zutaten, die wichtig sein könnten: Das gut gepflegte Adressbuch bleibt weiterhin wichtig, auch wenn wir es an XING, Facebook und Co. ausgelagert haben. Ein langer Atem kann helfen, die gewünschten Gesprächspartner zu bekommen. Nicht entmutigen lassen. Und: Nur melden, wenn man was will, kann nach hinten losgehen. Auch mal den netten Anlass suchen, aber bitte nicht anbiedern!
Wie und in welchem Verhältnis man die einzelnen Zutaten zusammenwürfelt, ob das Gericht gebraten oder gekocht wird, das bleibt jedem selber überlassen.“
 
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