SEITENBLICKE

Wie inszenieren Sie das perfekte Pressebild?

Wir haben drei Experten aus Verbände gefragt, worauf bei der Wahl von Pressebildern unbedingt geachtet werden sollte. Hier lesen Sie die Antworten.
„Über die Wirklichkeit nachdenken“
Dr. Norbert Franck, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, meint: „Ein Pressebild ist dann perfekt – also besser als handwerklich gelungen –, wenn es mit der Abbildung der Wirklichkeit zum Nachdenken über die Wirklichkeit anregt, die Wirklichkeit also nicht als selbstverständlich erscheinen lässt. Das kann ein Teil-fürs-Ganze-Bild sein – berühmt zum Beispiel das Bild eines verzweifelten nackten Mädchens in Vietnam. Das kann eine Aufnahme vom Eröffnungswalzer beim Bundespresseball sein, das die enge Verflechtung von Teilen der Medienwelt mit der Politik exemplarisch ins Bild setzt. Und das kann ein dpa-Foto sein, das in der Süddeutschen die Meldung illustrierte, ‚Klimakatastrophe‘ sei das Wort des Jahres 2007: lehmige Männerbeine auf einem völlig vertrockneten Acker in Thailand.“
„Das PRO-Prinzip beachten“
Karoline Lerche, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ONE Deutschland, meint: „ONE kämpft für das Ende extremer Armut in Afrika. Kein leichtes Thema. Um Medien durch gelungene Bilder für unser Anliegen zu begeistern, setzen wir deshalb auf unser PRO-Prinzip: Prominenz, Relevanz, Originalität. Eine prominente Persönlichkeit, die unsere Botschaft unterstützt, ist Gold wert. Zusätzlich muss das Thema durch Aktualität und gesellschaftliche Bedeutung relevant sein, damit das Bild abgedruckt wird. Punkten kann man außerdem mit Originalität. Händeschütteln neben Logo-Aufstellern ist passé. Gefragt sind Motive mit origineller, aber trotzdem leicht verständlicher Bildsprache. Last but not least: Ein professioneller Fotograf, gute Beleuchtung und das Üben der Foto-Aufstellung zahlen sich aus.“
„Darf nicht perfekt sein“
Florian von Hennet, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, meint: „PR-Profis neigen zu Perfektionismus. Aber unsere Welt ist nur selten perfekt. Wer glaubwürdig diskutieren will, muss Platz für andere Meinungen lassen und sollte nicht mit hermetisch abgedichteten Argumenten auftreten. Das Gleiche gilt für Pressebilder. Ein perfekt ausgeleuchtetes Bild mit abgestimmten Farben, schönem Hintergrund und strahlenden Protagonisten erleichtert nur den internen Freigabeprozess. In einem Zeitungsartikel, Tweet oder Blogpost würde es aber genauso unglaubwürdig wirken wie die makellosen Strand- und Hotelfotos in Reisekatalogen. Solche Bilder sind für Eigenpublikationen völlig in Ordnung und richtig, passen aber viel zu selten in ein redaktionelles Umfeld.“
 
Weitere Informationen
– Jetzt solche Artikel abonnieren: Greifen Sie zu, und tragen Sie sich für ein kostenloses Frei-Abonement des „IFK Verbandsstrategen – Servicemedium für professionelle Verbandskommunikation“ ein.
– Jetzt pdf downloaden: Diesen Artikel finden Sie im IFK Verbandsstrategen (Ausgabe 04/2015, S. 4).

Kontakt

Wir beraten Sie gerne.

Wenn Sie ein Projekt haben, das Sie gern mit uns diskutieren möchten, nehmen Sie einfach Kontakt auf. Wir freuen uns über spannende Projekte.