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Wie nutzen Sie Storytelling in Ihrer Kampagnenkommunikation?

Wir haben drei Experten gefragt, wie sie Storytelling in Ihrer Kampagnenkommunikation einsetzen. Hier lesen Sie die Antworten.
„Mit Storytelling Brücken bauen“
Daniel Goliasch, Campaigner, Kommunikation & Kampagnen bei WWF Deutschland
Daniel Goliasch „Mit Storytelling bauen wir in der Kampagnenkommunikation eine Brücke zwischen den fachlichen Themen einer WWF-Kampagne und der Lebenswelt unserer Unterstützer. Oft ist Umweltpolitik kompliziert und Naturschutzprobleme, etwa in Afrika, sind weit weg. Unsere Unterstützer finden also nur schwer einen Zugang zu dem Thema. Zu Beginn einer Kampagne entwickeln wir daher einen erzählerischen Rahmen, der zwar das Thema beinhaltet, aber sich am Alltag unserer Unterstützer, ihren Interessen und unserer Kultur orientiert. So schaffen wir einen emotionalen Zugang, der unsere Unterstützer motiviert, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Aktuelles Beispiel ist das Video #iamnature: https://www.youtube.com/watch?v=Cgh3QJTkvaY
„Mit Geschichten zum Handeln bewegen“
Barbara Hohl, Kampagnenkoordinatorin bei Amnesty International Deutschland
Barbara Hohl„Gespannt erwartete er die Ergebnisse seiner Abschlussprüfung. Er wollte seinem Vater einen Traum erfüllen und Medizin studieren. Doch dann war er zur falschen Zeit am falschen Ort: Auf offener Straße nahmen ihn Soldaten wegen angeblichen Handydiebstahls fest. Sie folterten ihn so lange, bis er ein Geständnis unterschrieb. Vor Gericht wurde er zum Tode verurteilt. Indem Amnesty persönliche Schicksale wie das von Moses in seinen traurigen Details erzählt, können wir das Unbegreifliche greifbar und Menschenrechtsverletzungen sichtbar machen. Individuelle Geschichten können den Leser berühren, empören und motivieren zu handeln. Hunderttausende forderten von Nigeria im Amnesty-Briefmarathon 2014 die Freilassung von Moses Akatugba. Er kam frei.“
„Mit Einzelschicksalen überzeugen“
Sabine Wilke, Pressesprecherin und Leiterin Stabstelle Medien bei CARE Deutschland-Luxemburg e. V.
Sabine Wilke‚Ein Tod ist eine Tragödie. Millionen sind eine Statistik.‘ CARE leistet Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit in über 70 Ländern. Unsere Kommunikation möchte Engagement für Menschen in Not fördern. Nehmen wir den syrischen Bürgerkrieg: Vier Millionen Menschen geflohen. 13,5 Millionen brauchen Hilfe. Wer könnte diese Zahlen begreifen? Deshalb konzentrieren wir uns auf Einzelfälle. Die syrische Mutter, die mit den Kindern alleine floh. Der Junge mit der Schussverletzung, der den Weg nach Europa nur knapp überlebte. Wir zeigen die Würde und die Wünsche der Menschen. Sie unterscheiden sich nicht von unseren. Sie tragen keine Schuld an ihrer Not. Deshalb dürfen wir nicht wegschauen.“
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– Jetzt pdf downloaden: Diesen Artikel finden Sie im IFK Verbandsstrategen (Ausgabe 12/2015, S. 4).

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