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Sechs Tipps für einen gelungenen Ver­bands­-Account bei Insta­gram

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Eine Milliarde Menschen nutzten 2018 Instagram weltweit, davon 15 Millionen allein in Deutschland. Diese Zahlen zeigen den enormen Erfolgszuwachs des sozialen Mediums seit seiner Einführung im Jahr 2010. Um die eigene Zielgruppe zu erreichen, lässt eine hohe Präsenz auf Instagram das Medium auch für Verbände zu einem spannenden Kanal werden. Besonders in der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen sind 48 % täglich auf Instagram aktiv, während bei den 20- bis 29-Jährigen 50 % mindestens einmal die Woche online sind. Im folgenden Artikel geben wir Ihnen sechs Tipps, wie Sie Ihre Zielgruppe bei Instagram mit Erfolg erreichen.

Instagram im Verband – warum eigentlich?

Insbesondere wer den Kontakt und/oder die Bindung zu den jüngeren Zielgruppen der 14- bis 19-Jährigen aber auch noch zu den 20- bis 29-Jährigen herstellen möchte, sollte über eine Präsenz auf der Social-Media-Plattform Instagram nachdenken.

Instagram lebt von der Bildsprache: Wenn dem Verband die Möglichkeit, die Ressourcen und das nötige Bildmaterial zur Verfügung stehen, ist das Fotoarchiv ein wahrer Schatz für die Insta-Kommunikation.

Neben Bildern sind auch Videos – insbesondere seit der Einführung der Story-Funktion – ein beliebtes Medium für das Übermitteln von verschiedenen Botschaften. Videos für Stories benötigen ein deutlich geringeres Budget als klassische Videoformate. Das Video ist schnell gedreht und kann mit ein paar interessanten Gadgets ergänzt werden.

Über Instagram kann die Marke „Verband“ auf- und ausgebaut werden. Sowohl im Beitrag als auch in der Story-Funktion können Dinge aus dem Verbandsalltag einfließen – so wird die Marke aufgeladen und eine Nähe zu den Followern geschaffen.

Schritt 1 – Bauen Sie einen persönlichen Bezug zu Ihrer Zielgruppe auf

Instagram ist ein gutes Medium, um seine Mitglieder direkt zu erreichen und anzusprechen. Dabei sollte dem Verbands-Account eine persönliche Note gegeben werden. Das könnte zum Beispiel ein eigenes Hashtag sein, welches bei jedem Post genutzt wird. Auch eine eigene Bildsprache hilft dabei, sich von der Masse abzuheben. Für die (Branchen-)Mitglieder ist es immer wieder spannend, Einblicke in die alltägliche Arbeit des Verbandes zu bekommen. Hier haben Sie die Möglichkeit, Emotionen zu schaffen und die Nutzer persönlich anzusprechen, sei es die Vorbereitung einer Veranstaltung, die Vorstellung neuer Mitglieder oder die Neugestaltung der eigenen Büroräume. So bieten Sie Ihren Followern Beiträge, die sie über herkömmliche Medien nicht zu sehen bekommen. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, Transparenz und Authentizität nach außen zu kommunizieren und sich zu positionieren. Zur Veröffentlichung dieser Beiträge eignet sich die Story-Funktion besonders, da Sie an dieser Stelle den Followern kurze Updates geben können. Im Gegensatz zu den Bildern, die im Account hochgeladen werden, müssen Stories nicht perfekt sein. Hierbei ist zum Beispiel die Qualität der Fotos und Videos nicht von vorrangiger Bedeutung. Vielmehr geht es darum, emotionale Nähe zu schaffen.

Unsere Tipps: Erstens gibt Ihnen die Story-Funktion bei Instagram die Möglichkeit, sich direkt an die Follower zu wenden, indem Sie beim Hochladen der Story eine Frage stellen oder eine Umfrage starten. Mithilfe dieser Funktionen beziehen Sie Ihre Follower mit ein und können direkt mit Ihrer Zielgruppe kommunizieren.

Zweitens besteht bei Instagram die Möglichkeit, die Stories zu fixieren, die im eigenen Profil angezeigt werden. Diese Funktion können Sie gut dazu nutzen, um wichtige Inhalte (wie Forderungen, Events, Mitglieder-Testimonials) über den Verband hervorzuheben.

Schritt 2 – Richten Sie einen professionellen Verbands-Account ein

Durch die Einrichtung eines professionellen Instagram-Accounts ergibt sich die Möglichkeit, Statistiken zu jedem Post auszuwerten. Interessant kann diese Funktion sein, da durch sie nachvollzogen werden kann, welche Beiträge bei den Nutzern besonders gut ankommen. In der Statistik-Funktion zu den einzelnen Beiträgen können die „Gefällt mir“-Angaben, Kommentare, gespeicherte Posts, die Anzahl der Personen, die den Post angesehen haben, sowie die Reichweite und Interaktionen nachvollzogen werden. Bei der Story-Funktion kann zusätzlich eingesehen werden, wie viele Nutzer die Story weitergeklickt oder verlassen haben.

Weiterhin bietet die Statistik-Funktion Informationen über den Account, wie zum Beispiel eine Auswertung der Abonnentenzahl und eine Anzeige über die Veränderung gegenüber der Vorwoche an. Verteilung nach Geschlecht, Alter und Herkunftsort können ebenfalls nachvollzogen werden.

Ebenso besteht die Möglichkeit herauszufinden, zu welchen Zeiten Ihre Zielgruppe besonders aktiv auf Instagram ist, um diese Zeiten für die Posts zu nutzen. Weiterhin beinhaltet der Account einen extra Kontaktbutton mit drei Einstellungsmöglichkeiten (E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Anfahrtsoptionen), damit Follower den Verband direkt kontaktieren können.

Unser Tipp: Werten Sie Ihre Stories und Beiträge regelmäßig aus und nutzen Sie die Statistik-Funktion (Insights), um herauszufinden, welche Inhalte bei welcher Gruppe von Nutzern besonders gut ankommen, und verbessern Sie dadurch Ihr Auftreten bei Instagram.

Schritt 3 – Kreieren Sie ein eigenes Netzwerk

Ebenso wie bei Facebook sorgt seit 2016 ein Algorithmus bei Instagram dafür, dass die neuesten Beiträge im Feed nicht chronologisch angeordnet, sondern von Instagram je nach Interessen nutzerspezifisch priorisiert werden. Der Algorithmus basiert auf mehreren Faktoren, wie zum Beispiel der Interaktion zwischen den Accounts. Je mehr Beiträge von einem Account gelikt und kommentiert werden, desto häufiger erscheinen sie im Feed. Um auf den eigenen Account aufmerksam zu machen, lohnt es sich, Accounts der eigenen Zielgruppe zu folgen und auch Beiträge von diesen zu kommentieren.

Unser Tipp: Folgen Sie Ihrer eigenen Zielgruppe sowie den 10 größten Branchenverbänden. Um Ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, ist es wichtig, dass Sie mit den anderen Accounts in Interaktion treten.

Schritt 4 – Folgen Sie dem Motto »Ein Bild sagt mehr als tausend Worte«

Im Gegensatz zu anderen sozialen Medien wie zum Beispiel Twitter oder Facebook werden bei Instagram Botschaften nicht über textliche Inhalte, sondern über Bilder verbreitet. Das hat Spuren hinterlassen: Noch heute ist die Qualität der Fotos für den Erfolg entscheidend. Grundlegend ist es, darauf zu achten, dass die hochgeladenen Fotos eine hohe Auflösung haben, richtig zugeschnitten und nicht zu dunkel oder zu hell sind. Einfluss auf den Erfolg hat auch die Bildunterschrift, die kurz und präzise beschreiben muss, worum es sich im Beitrag handelt. Um das Interesse und die Beteiligung zu erhöhen, lohnt es sich, an dieser Stelle eine gezielte Frage an die Community zu stellen und sie dazu aufzufordern, die Antworten in den Kommentaren zu posten. Natürlich ist es empfehlenswert, den Aufnahmeort des Bildes anzugeben und, falls im Bild zu sehen, Personen zu markieren. Erfolgreiche Verbandsstrategen haben in ihren Bildern eine klare Botschaft, sodass der Nutzer beim Durchschauen der neuesten Beiträge direkt versteht, worum es sich handelt.

Schritt 5 – Verweisen Sie für Links auf Ihre Biografie

Noch besteht nicht für alle Nutzer die Möglichkeit, Links in Stories zu setzen. Aber es besteht die Möglichkeit, in der Biografie einen Link zu platzieren. Bei aktuellen Ereignissen kann an dieser Stelle, statt eines generellen Links zur Verbands-Website, eine Verknüpfung zu einem aktuellen Beitrag auf der Internetseite erstellt werden. Dabei wird in der Story oder unter einem Bild vermerkt, dass der Link zum Beitrag in der „Bio“ zu finden ist.

Unser Tipp: Machen Sie Ihre Follower auf aktuelle Verbandsthemen aufmerksam und führen Sie sie durch die Verlinkung in der Biografie auf die eigene Internetseite. Hinweis: Der Link kann natürlich auch direkt unter dem Beitrag gepostet werden. Dieser wird aber nicht als Link markiert und die wenigsten Nutzer werden sich die Arbeit machen, den Link herauszukopieren und im Browser einzufügen.

Schritt 6 – Posten Sie in regelmäßigem Rhythmus

Das Instagram-Profil sollte gepflegt und aktuell sein, aber gleichzeitig die Follower nicht mit zu vielen Beiträgen überfordern. Hier gilt es, wie bei allen Dingen im Leben, das gesunde Mittelmaß zu finden. Eine Möglichkeit wäre es, einen Tag festzulegen, an dem immer eine bestimmte Art von Bildern veröffentlicht wird. Ein Beispiel, welches sich auf Instagram etabliert hat, ist der #throwbacktuesday. Dabei posten Nutzer immer dienstags einen Beitrag zu einem Thema, das in der Vergangenheit liegt. An dieser Stelle sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wichtig hierbei ist es, Ihre Beiträge sorgfältig zu planen und thematische Schwerpunkte zu setzen. Ein Plan, welche Inhalte zu welchen Zeitpunkten hochgeladen werden und wie diese betitelt werden sollen, bietet sich immer an.

Unser Tipp: Versuchen Sie, aus der Nutzerperspektive (aus der Sicht Ihrer Mitglieder) zu denken, und überlegen Sie sich, welche Inhalte Ihre Zielgruppe interessieren und welchen Mehrwert sie dadurch gewinnt. Als Verband sollten Sie Instagram vor allem dazu nutzen, Ihre Forderungen zu platzieren und Inhalte zu vermitteln. Vergessen Sie dabei nicht, das richtige Maß zu wahren und auch zwischendurch andere Inhalte zu streuen. Ideen für weniger politische Themen könnten hierbei die Vorstellung von neuen Mitgliedern oder Mitarbeitern, der Blick hinter die Kulissen oder die Ausschreibung eines themenbezogenen Gewinnspiels sein. Das Wichtigste an dieser Stelle ist: Bleiben Sie authentisch und geben Sie Ihrem Account eine persönliche Note. Vergessen Sie jedoch nicht, das Gesamtbild muss stimmen und die Beiträge müssen miteinander harmonieren. Ein harmonisches Zusammenspiel der einzelnen Fotos wird zum Beispiel durch die Verwendung der gleichen Farbkombinationen und der gleichen Schriftart erreicht. Hierbei sollten Sie auch insbesondere auf wiederkehrende Formate achten, die in Ihrem Feed eine Anordnung der Muster ergeben. Die Inhalte sollten natürlich nicht die gleichen sein, jedoch sollte der Gesamtauftritt in sich geschlossen wirken.

von Tanya Jochims und Ieva Martinsone, Agentur ADVERB


Jetzt PDF downloaden: Diesen Artikel finden Sie im Verbandsstrategen Ausgabe #77 2019, S. 06.

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