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Wie können Verbände aktiv an der Gleichstellung von Frauen mitwirken?

Welche Maßnahmen Verbände konkret ergreifen können, um an der Gleichstellung von Frauen im Verband mitzuwirken beschreiben Anke Pätsch (BVDS) und Kathrin Jäckel (MBSR-MBCT Verband). Dafür braucht es den grundsätzlichen Willen zu einer Anpassung an moderne Verhältnisse und klare Ziele, die erreicht werden sollen. Die investierte Energie lohnt sich, denn sich divers aufzustellen macht erfolgreich.

»Diverse Teams sind viel erfolgreicher!«

Anke Pätsch, Mitglied der Geschäftsleitung, Leiterin Internationales, Bundesverband Deutscher Stiftungen e. V.

Männer bestimmen im Verband? Das ist kein Zeichen für mangelnde Qualität! Die Sichtbarkeit von Frauen fehlt. Rollen Sie Frauen den roten Teppich aus:

1. Keine Manels (= Panels ohne Frauen) mehr.
2. Keine Veröffentlichung mit weniger als der Hälfte Autorinnen.
3. Führungspositionen und Gremien konsequent mit Frauen besetzen, bis mindestens so viele Frauen etabliert sind wie Männer. Hilfreich: Coaching und Trainings, damit Frauen ihre Auftritte vorbereiten können und Männer die Probleme verstehen lernen. Guter Referenzrahmen: das Globale Nachhaltigkeitsziel Nr. 5. Machen Sie die Verbandsspitze zu Kämpfern und Kämpferinnen für gleiche Rechte und gleiche Macht. Seien Sie kreativ! Es kostet mehr Zeit, aber lohnt sich: Diverse Teams sind viel erfolgreicher.

»Keine Frau gibt ihre berufliche Erfahrung und ihr Wissen an der Tür zum Kreißsaal ab.«

Kathrin Jäckel, Geschäftsführerin, Berufsverband der Achtsamkeitslehrenden in Deutschland e. V.

Als ich 2007 anfing, für Verbände zu arbeiten, war mein erstes Kind gerade ein Jahr alt geworden. Das zweite kam vier Jahre später. Ich habe seitdem sowohl Voll- als auch Teilzeit gearbeitet und in beiden Varianten erfolgreich Teams, Projekte und eine Geschäftsstelle geleitet.

Meine persönliche Erfahrung ist: Flexibilität, transparente Kommunikation und Vertrauen – auf beiden Seiten – bringen Frauen in Verantwortung und Führung.

Noch ist das nicht in allen Verbänden eine Selbstverständlichkeit. Das sollte es aber unbedingt werden. Denn bei der Vielzahl an Arbeits(zeit)modellen gibt es heute keine vernünftigen Gründe mehr, Frauen und Mütter anders zu behandeln und einzusetzen als Männer und Väter.

Keine Frau gibt ihre berufliche Erfahrung und ihr Wissen an der Tür zum Kreißsaal ab. Die Behauptung, Führung in Teilzeit sei organisatorisch zu aufwendig, ist genauso fadenscheinig wie das Argument, Müttern könne man nicht so viel Verantwortung geben, weil sie ja wegen der Kinder immer irgendwie auf Abruf seien.

Wir beweisen das täglich: Alle hauptamtlichen MitarbeiterInnen unserer Geschäftsstelle arbeiten in Teilzeit, zwei sind Mütter, einer wird demnächst Vater. Wir haben zusammen derzeit vier Kinder, die drei, sieben, acht und zwölf Jahre alt sind. Selbstverständlich werden die mal krank, im Winter öfter als im Sommer. Ihre Schulen und Kitas haben Schließtage und Ferien.

Leidet der Verband darunter? Offensichtlich nicht. Denn Vorstand, Gremien und Mitglieder sind hochzufrieden mit der Erreichbarkeit des Büros und der Qualität unserer Dienstleistungen.

Tatsache ist: Es geht. Sehr gut sogar. Wenn alle Beteiligten wollen. Und bei vielen Frauen und Müttern weiß ich: Die wollen. Es ist an den Verbänden, es ihnen gleichzutun. Alles andere ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

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