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Wie lassen sich Familie und Beruf in Verbänden vereinbaren?

Wir haben Barbara Lempp (EFET), Dr. Andrea Lambeck (VDOE), Dr. Viola Bronsema (BIO Deutschland) und Dr. Sabine Eichner (dti) gefragt, wie Verbände zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen können. Die Verbandsgeschäftsführerinnen sind sich einig, dass das Thema vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtig ist. Vor allem die Flexibilität auf Seiten des Arbeitgebers ist dabei von zentraler Bedeutung.

»In Zeiten eines gravierenden Mangels an gut qualifizierten Mitarbeitern ist hier eine möglichst hohe Flexibilität des Arbeitgebers geboten.«

Barbara Lempp, Geschäftsführerin, Verband deutscher Energiehändler e. V.

Frauen mit Kindern benötigen möglichst flexible Arbeitszeiten, um die Bedürfnisse der Kinder zubefriedigen, die eigenen Energieressourcen nicht überzustrapazieren und das Arbeitspensum möglichst effizient zu leisten. Homeoffi ce an einem Tag der Woche, Führungspositionen auch in Teilzeit und die Möglichkeit, zu den Kernzeiten des Familienlebens zu Hause sein zu können, führt bei Mitarbeiterinnen zu einer hohen Befriedigung und langfristigen Arbeitsbeziehungen. In Zeiten eines gravierenden Mangels an gut qualifi zierten Mitarbeitern ist hier eine möglichst hohe Flexibilität des Arbeitgebers geboten.

»Wichtig ist uns qualifikationsgerechte Honorierung. Unsere Forderung ist Equal Pay!«

Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführerin, BerufsVerband Oecotrophologie e. V.

Als Berufsverband Oecotrophologie vertreten wir eine zu über 90 Prozent weibliche Berufsgruppe, haben somit naturgemäß mit vielen typisch weiblichen berufl ichen Biografien zu tun und stellen hierfür ein speziell entwickeltes Serviceangebot zur Verfügung: von einem Stellenservice über ein Weiterbildungsangebot zur berufsbegleitenden Zusatzqualifizierung bis hin zu Informationen und Beratung für eine Existenzgründung. Für viele Mitglieder ist der Aufbau einer Selbstständigkeit eine gute Perspektive nach einer Familienphase, aber auch immer häufiger angebotene Teilzeitstellen machen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich. Wichtig ist uns die qualifikationsgerechte Honorierung – wir unterstützen unsere Mitglieder mit Honorarempfehlungen und Gehaltsberatung dabei, diese durchzusetzen. Unsere Forderung ist Equal Pay!

»Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen hohen Stellenwert.«

Dr. Viola Bronsema, Geschäftsführerin, BIO Deutschland

Für mich als Geschäftsführerin ist es wichtig, die Vielfalt im Verband entsprechend in Gremien und Veranstaltungen abzubilden. Das heißt, wir achten besonders darauf, dass das Geschlechterverhältnis, z. B. im Vorstand, mindestens die Zahl von Unternehmerinnen und Unternehmern der Mitgliederbasis widerspiegelt. Wenn wir Programme für Veranstaltungen erarbeiten, sprechen wir gezielt Expertinnen für Vorträge und Diskussionen an. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen hohen Stellenwert. Um dies zu
gewährleisten, sind fl exible Arbeitszeitmodelle wichtig. Dazu gehört auch die Möglichkeit, sich gelegentlich ins Homeoffice zurückziehen zu können.

»Die fachlichen und persönlichen Eigenschaften, die wir für die Verbandsarbeit erwarten, bringen gerade Frauen sehr häufig mit.«

Dr. Sabine Eichner, Geschäftsführerin, Deutsches Tiefkühlinstitut e. V.

Eine Tätigkeit in einem Verband ist eine herausfordernde und zugleich äußerst spannende Aufgabe, gerade für Frauen. Wir machen oft die Erfahrung, dass sich auf offene Stellen hoch qualifizierte Frauen bewerben. Im dti sind vor allem die Bereiche Interessenvertretung und Kommunikation von besonderer Bedeutung. Die fachlichen und persönlichen Eigenschaften, die wir für die Verbandsarbeit erwarten, bringen gerade Frauen sehr häufig mit. Daher ist es vielleicht kein Wunder, dass in unserem sechsköpfigen Team 100 Prozent Frauenpower engagiert ist.

Gerade für junge Frauen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonders wichtig. Daher achten wir darauf, die nötige Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung oder bei der Ausübung von Aufgaben im Homeoffice zu gewähren. Nach unserer Erfahrung zahlt sich das in der Mitarbeiterzufriedenheit, der längeren Bindung von Fach- und Führungskräften und bei der Motivation auf jeden Fall aus. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Integration von Frauen, die beruflich länger ausgesetzt haben, um ihre Familie zu unterstützen, und die zurück in den gelernten Job wollen.

Auch hier zahlt sich etwas Mut aus, denn mit Engagement und der richtigen Unterstützung im Team gewinnt man so auch wertvolle Fachkräfte für die Verbandsarbeit. Im Ehrenamt ist zurzeit leider keine Frau bei uns vertreten. Einmal mehr zeigt sich hier, dass die Präsenz von Frauen in der obersten Führungsebene der Lebensmittelindustrie noch recht schwach ausgeprägt ist.

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