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Mit dem Verbands-Account zum LinkedIn-Erfolg

von David Denne

Auf LinkedIn sind weltweit etwa 645 Millionen Mitglieder miteinander vernetzt – damit ist die Plattform das größte berufliche Netzwerk der Welt. Dabei ist das übergeordnete Ziel, dass Fach- und Führungskräfte miteinander in Kontakt treten und in der Folge produktiver arbeiten. Mit einer solch hohen Zahl an potenziellen Kontakten bietet LinkedIn allerdings nicht nur für sie Anreize zur Nutzung, auch Verbände können von dem Netzwerk profitieren. So kann LinkedIn beispielsweise bei der Mitgliedergewinnung, der Kontaktaufnahme mit potenziellen Mitarbeitenden oder in der Pressearbeit eine wichtige Funktion für Verbände übernehmen. Je nach der Zielsetzung verändert sich auch die Zielgruppe, welche auf LinkedIn angesprochen werden soll. Daher ist es bereits vor der Erstellung eines Profils wichtig, dass eine klare Zielsetzung für die Arbeit auf und mit LinkedIn vorhanden ist.

Der Start: Profilerstellung und Erhöhung der Reichweite

Der erste Schritt für den erfolgreichen LinkedIn-Auftritt beginnt bereits mit der Profilerstellung. Dabei ist vor allem die Vollständigkeit des Profils ein entscheidender Faktor. So generieren vollständige Profile, laut Zahlen von LinkedIn, bis zu 30 % mehr Aufrufe als unvollständige Profile. Zur vollständigen Profilerstellung gehört auch das Hochladen eines ausdrucksstarken Banner-Motivs und eines Profilbilds. Das Profilbild sollte das Verbandslogo zeigen und in einem quadratischen Format (300 x 300 Pixel) hochgeladen werden. 

Ein erfolgreiches LinkedIn-Profil zeichnet sich zudem durch eine aussagekräftige Beschreibung des Verbands aus. Dafür stehen 2.000 Zeichen zur Verfügung, wobei insbesondere die ersten 156 Zeichen von entscheidender Bedeutung sind, denn diese werden später in der Google-Vorschau zu sehen sein. Neben der Beschreibung bietet LinkedIn die Möglichkeit, dem eigenen Profil Schlagworte und Tags hinzuzufügen. Die Angaben führen dazu, dass das jeweilige Profil leichter gefunden werden kann. Mit der Hinterlegung von Informationen wie der Größe des Verbands, dem Sitz oder der jeweiligen Branche sowie der Angabe einer Internetadresse und Verlinkungen zu anderen Social-Media-Accounts ist der erste Schritt zum Erfolg auf LinkedIn geschafft.

Als soziales Netzwerk möchte LinkedIn vor allem die berufliche Kontaktaufnahme zwischen den Anwender/innen fördern. Um das eigene Netzwerk aufzubauen und in der Folge ein breites Publikum mit dem eigenen LinkedIn-Auftritt zu erreichen, bietet es sich gerade zu Beginn an, das Verbandsprofil mit den Hauptamtlichen zu vernetzen. Sie können beispielsweise den Verband als Arbeitgeber in ihrem eigenen Profil verlinken und damit die Sichtbarkeit des Verbands verbessern. Aber auch das Teilen von Beiträgen über den Verbands-Account kann ein Mittel sein, um die Hauptamtlichen in die eigene LinkedIn-Strategie einzubauen. Dieses Vorgehen hat zwei Vorteile: So haben Beschäftigte in der Regel deutlich mehr Kontakte ersten Grades als ihr Unternhemen oder Verband, was dazu führt, dass sich die Reichweite des eigenen Verbandsprofils durch die Vernetzung mit den eigenen Beschäftigten erhöht. Außerdem können sie als eine Art Markenbotschafter fungieren, die die Inhalte des Verbands in ihren persönlichen Netzwerken teilen und zu einer engeren Auseinandersetzung anregen.  

Das Tagesgeschäft: Contentmanagement

Der langfristige Erfolg auf LinkedIn und eine stetig wachsende Reichweite des eigenen Profils sind entscheidend durch die Beiträge geprägt, die der Verband auf LinkedIn teilt. Bereits ein Beitrag pro Woche erhöht die Sichtbarkeit des eigenen Profils deutlich. Grundsätzlich sollte immer darauf geachtet werden, dass die eigenen Beiträge einen Mehrwert für die Follower darstellen. Zudem ist auch der Rückgriff auf visuelle Elemente Erfolg versprechend. So werden, laut LinkedIn, bei Beiträgen mit Bildern doppelt so viele Kommentare geschrieben, bei Beiträgen mit Videos reagieren die LinkedIn-User sogar fünfmal so häufig. Um die Nutzer/innen mit den Videos zu erreichen, empfiehlt LinkedIn Videos mit einer Dauer von ein bis zwei Minuten, welche bereits in den ersten Sekunden für Aufmerksamkeit sorgen. Darüber hinaus sind Untertitel bei den Videos hilfreich, um Anwender/innen zu erreichen, die den Ton ausgeschaltet haben. Es empfiehlt sich grundsätzlich, auf auffällige Medieninhalte zurückzugreifen. Diese sollten aber thematisch zur gewünschten Message passen und nicht mit zu viel Text überladen sein. Um einen professionellen Eindruck zu vermitteln, sollte bei Bildern mit Text oder Statistiken immer auf eine einheitliche Farbkombination und Schriftart geachtet werden. 

Mithilfe von Analysedaten lässt sich erkennen, wie erfolgreich bestimmte Beiträge die Zielgruppe erreicht haben.

Neben der Verbreitung von eigenen Inhalten kann es allerdings auch sinnvoll sein, Inhalte aus externen Quellen, wie zum Beispiel Blog-Posts oder Nachrichten, zu teilen. Gerade für Verbände kann sich das Teilen von externen Inhalten als nützlich erweisen, um potenziellen Mitgliedern zu zeigen, dass man über die Geschehnisse der jeweiligen Branche informiert ist und kompetent die Interessen der Mitglieder vertreten kann.

Wie erfolgreich bestimmte Posts auf LinkedIn werden, hängt aber auch immer mit der Zielgruppe zusammen, die erreicht werden soll. Für einen dynamischen Auftritt ist es daher, gerade zu Beginn, durchaus ratsam, bei Posting-Formaten und Posting-Uhrzeiten zu variieren. Mithilfe von Analysedaten lässt sich erkennen, wie erfolgreich bestimmte Beiträge die Zielgruppe erreicht haben. Die Ergebnisse ermöglichen somit die Ausarbeitung einer langfristigen Posting-Strategie. 

Fazit

Ein erfolgreicher LinkedIn-Auftritt kann für Verbände viele Vorteile bringen. Um beispielsweise von den Möglichkeiten zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter/innen oder zum Ansprechen von neuen Mitgliedern zu profitieren, sind ein klarer Plan sowie eine konsequente und regelmäßige Auseinandersetzung mit LinkedIn notwendig. Dabei ist bereits die vollständige Profilerstellung ein wichtiger Schritt, um die Nutzer/innen auf LinkedIn anzusprechen und Ihren Verband erfolgreich auf der Plattform zu etablieren.

Aber auch die regelmäßige Erstellung von eigenen Beiträgen ist entscheidend, um die LinkedIn-User zu erreichen. Dabei sollten Beiträge immer einen Mehrwert für die eigene Zielgruppe mit sich bringen. Durch visuelle Elemente wie Bilder oder Videos können beispielsweise deutlich mehr User erreicht werden als mit einfachen Texten, aber auch das Teilen von externen Inhalten kann gelegentlich eine sinnvolle Alternative sein, um die eigene Präsenz auf LinkedIn zu stärken. Die Vernetzung und die Interaktion mit den eigenen Mitarbeitenden erhöhen die Reichweite des Verbands. Mit dem richtigen Händchen können sich Verbände mit LinkedIn somit breit aufstellen und unterschiedliche Schwerpunkte im Vergleich zu anderen Social-Media-Plattformen setzen.

Jetzt PDF downloaden: Diesen Artikel finden Sie im Verbandsstrategen Ausgabe #83 2019, S. 06.

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