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Die Bedeutung des Krisenmanagements wächst

von Jan Wolter

Die Bedeutung des Krisenmanagements ist bereits in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gewachsen – gleichwohl wurde das Thema von vielen unterschätzt. 2020 sollten sich Verbände hier professionell aufstellen – insbesondere im Bereich der Kommunikation. Vier Faktoren sind dabei ausschlaggebend:

Faktor 1: Digitalisierung

Verbände sind in hohem Maße von einer funktionierenden digitalen Infrastruktur abhängig. Ohne Laptop, Smartphone oder Internet funktioniert kein Verband mehr. Gleichzeitig haben Cyber-Angriffe ein dramatisches Ausmaß erreicht – und die Gefahr wächst rasant weiter. Nicht nur die schiere Anzahl hat sich erhöht, auch die Qualität ist besorgniserregend. Digitale Angriffswerkzeuge aus den Arsenalen der Nachrichtendienste stehen praktisch jedermann zur Verfügung. Verbände bleiben nicht verschont. Gehackte Internetseiten, verschlüsselte Server oder geleakte Informationen dürften in den kommenden Monaten auch Verbände zunehmend beschäftigen.

Faktor 2: Politik

Die politische Lage hat sich in den zurückliegenden Monaten deutlich destabilisiert, extremistische Positionen in der Öffentlichkeit werden häufiger – und das rund um den Globus. Dies wird sich 2020 nicht ändern. Deutsche Unternehmen sind weltweit aktiv und damit auch von politischen Umwälzungen in anderen Ländern betroffen. Ihr Verhalten kann sich wiederum auf Verbände auswirken. (Vermeintliches) Fehlverhalten kann binnen Sekunden zum globalen Politikum werden. Mit der instabilen politischen Lage und einer anschwellenden Polarisierung geht auch eine wachsende Terrorgefahr einher. Besonders Verbände mit globalem Fokus, die international aktiv sind, können hiervon unmittelbar betroffen sein. Terrorattacken ereignen sich längst nicht mehr nur in Schwellen- und Entwicklungsländern.

31.01.2020 / Ausgabe #85

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Faktor 3: Extremereignisse

Auch zunehmende Extremwetterereignisse können Verbände in eine Krise stürzen, wenn Mitarbeiter oder (wichtige) Mitglieder betroffen sind oder aber die Branche als (Mit-)Verursacher verantwortlich gemacht wird – ob zu Recht oder nicht.

Faktor 4: Wachsende Ansprüche

Während die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass Verbände in eine Krise geraten, wachsen auch die Ansprüche an Reaktionsfähigkeit und -schnelligkeit. So wird seitens der Öffentlichkeit erwartet, dass der betroffene Verband nicht nur die Krise an sich professionell meistert, sondern auch bereits im Moment des Eintretens der Krise sprechfähig ist und klar und offen kommuniziert. Die Themen Datensicherheit, Mitarbeiterfürsorge und ethisches Handeln haben massiv an Bedeutung gewonnen und die Bevölkerung ist hierzu in hohem Maße sensibilisiert. Entsprechend stark wird hierauf reagiert.

Krisenmanagement von essenzieller Bedeutung

Krisenmanagement ist demnach für Verbände von essenzieller Bedeutung. Neben organisatorischen oder technischen Schritten müssen kommunikative Maßnahmen rechtzeitig geplant und ausgearbeitet werden. Dazu zählen klare Zuständigkeiten, Sprechzettel, Trainings oder auch eine vorbereitete „Dark Site“ auf der Internetseite.

Jan Wolter ist Senior Berater bei ADVERB. Er blickt auf dreizehn Jahre Erfahrung aus dem Verbandsgeschäft zurück – davon fünf Jahre als Geschäftsführer. In dieser Zeit hat er sich intensiv mit Sicherheitsfragen, Krisenmanagement und Kommunikation auseinandergesetzt.
030 / 30 87 85 88 – 41 | wolt@agentur-adverb.de

Jetzt PDF downloaden: Diesen Artikel finden Sie im Verbandsstrategen Ausgabe #85 2020, S. 16.

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