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Mitgliederbefragung – Das Tool für die Optimierung der Beziehung

von Milena Stiefermann

Die Bedürfnisse und das Meinungsbild seiner Mitglieder zu kennen, sollte das oberste Anliegen eines Verbandes sein. In der Praxis sieht die Realität leider anders aus. Mit der Folge, dass Mitglieder unzufrieden werden und im schlimmsten Fall aus dem Verband austreten. Um das zu vermeiden, sollten Verbände Mitgliederbefragungen durchführen und mehr über die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Mitglieder erfahren.

Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt!

Feedback zur aktuellen Arbeit können Verbände erhalten, wenn sie Mitgliederbefragungen in einem kontinuierlichen Rhythmus durchführen. Den Mitgliedern wird so eine Möglichkeit gegeben, sich auch außerhalb von Gremienarbeit oder im Kontakt mit der Geschäftsstelle in den Verband einzubringen. Regelmäßige Befragungen bieten den Vorteil, dass keine Verzerrung durch einmalige gute Ergebnisse geschehen kann und eine konstante Evaluation der eigenen Arbeit stattfindet.

Definieren Sie Ziele!

Bevor der Verband mit der Befragung beginnt, sollten die Ziele der Befragung klar definiert sein. Sind die Ziele unklar, verlieren auch die Ergebnisse an Bedeutung. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass eine große Menge an Daten gewonnen wird, die keinen konkreten Nutzen enthalten und so die Befragung obsolet machen. Um diesen Fehler zu vermeiden, sollten sich Verbände vor dem Start der Befragung folgende Fragen stellen: Was wollen wir erreichen? Und wen wollen wir erreichen?

17.02.2020 / Ausgabe #86

Member Journey – Die langfristige Mitgliederbindung

In jeder Ausgabe des Verbandsstrategen setzen wir mit Best-Practice-Beispielen, Expertenbeiträgen und Interviews einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt. Sie interessieren sich für das Thema? Dann schauen Sie doch gleich bei den anderen Artikeln dieser Ausgabe vorbei.

Stellen Sie die richtigen Fragen!

Generell wird bei der Erstellung eines Fragebogens zwischen einem qualitativen und quantitativen Umfragedesign unterschieden. Bei Mitgliederzufriedenheitsbefragungen bietet sich ein quantitatives Design an. Bei dieser Form der Umfrage werden typischerweise zu jeder Frage Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Zwar geht durch die vorgegebene Antwortmöglichkeit die inhaltliche Tiefe verloren und es können allenfalls Tendenzen festgestellt werden. Ein Vorteil ist jedoch, dass durch die schnellere Bearbeitung und Auswertung ein größerer Personenkreis befragt werden kann. Wenn es um die strategische Ausrichtung eines Verbands geht, sollte auf ein qualitatives Design zurückgegriffen werden. Bei dieser Art des Umfragedesigns werden offene Fragen gestellt, bei denen das Mitglied in eigenen Worten die jeweiligen Fragen beantworten kann. So können die Mitglieder ihre subjektiven Empfindungen schildern. Einerseits kann der Verband so komplett neue Erkenntnisse gewinnen, andererseits besteht zwischen den Antworten auch eine schlechte Vergleichbarkeit. Aufgrund des hohen Zeitaufwands bietet sich diese Befragungsart nur für kleine Gruppen bis maximal zehn Befragungsteilnehmer an.

Werten Sie richtig aus!

Wurden die Fragen an die Mitglieder gestellt, geht es an die Auswertung. Damit die gesammelten Antworten mit hohem Mehrwert aufbereitet werden können, sollte die Geschäftsstelle schon von vornherein personelle und zeitliche Ressourcen einplanen. Viel wichtiger ist jedoch, dass die mit dem Projekt betrauten Mitarbeiter mit den benötigten wissenschaftlichen Methoden vertraut sind, um die Fragebögen auszuwerten. Oder besser noch: Beauftragen Sie einen Profi mit der Mitgliederbefragung und deren Auswertung.

Was nun?

Ist die Befragung durchgeführt und sind die Antworten ausgewertet, gilt es, die Erkenntnisse auch in der Verbandspraxis umzusetzen. Doch wie geht ein Verband mit guten oder schlechten Ergebnissen um? Wird ein Verband in der Befragung von seinen Mitgliedern gelobt und erhält positives Feedback zu seiner Arbeit, ist das erst mal ein gutes Signal. Ausruhen sollte sich der Verband auf diesem Ergebnis jedoch nicht. Auch positive Ergebnisse müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden. 

Erhält ein Verband negatives Feedback von seinen Mitgliedern, ist das kein Weltuntergang, aber ein eindeutiges Warnzeichen. Werden durch die Geschäftsstelle nicht die richtigen Schritte eingeleitet, nämlich die angebotenen Leistungen den Wünschen der Mitglieder anzupassen, droht die Gefahr einer Austrittswelle. Wird das negative Feedback konstruktiv aufgenommen und werden die vorgenommenen Änderungen und Bestrebungen offen an die Mitglieder kommuniziert, können selbst die unzufriedenen Mitglieder wieder glücklich gemacht und im Verband gehalten werden.

Milena Stiefermann
Marketing und Veranstaltungsmanagement bei ADVERB

Jetzt PDF downloaden: Diesen Artikel finden Sie im Verbandsstrategen Ausgabe #86 2020, S. 20.

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