EDITORIAL

Mit mehr Konsequenz zum Ziel

von Denise Carstensen

Ich bewundere meine Freundin: Mühelos und selbstverständlich spricht sie von Kolleg*innen, Verkäufer*innen oder Passant*innen. Das Sternchen ist eine kleine Pause – eine Pause, über die sie nicht mehr nachdenkt. Sie setzt sie. Konsequent. Ich finde das gut und richtig. Und wenn ich mich dabei ertappe – leider viel zu oft –, wie ich mich selbst als PR-Berater bezeichne, mahne ich mich selbst zu mehr Konsequenz. Genau die braucht es in meinen Augen, um genderrelevante Themen voranzubringen – von der Sprache über Karrieremöglichkeiten bis hin zur Bezahlung. Bemühungen sollten aber nicht nur vom Einzelnen ausgehen. Es braucht Impulse aus der Gesellschaft, von Gruppen und Branchen. Wie steht es also bei Verbänden um die Gendergerechtigkeit? Immerhin haben sie einen festen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft und als Interessenvertretungen eine Vorbildfunktion. Stechen unter ihnen Vorbilder heraus, und wenn ja, worin? An welchen Stellen können Verbände noch dazulernen und Hürden für Frauen abbauen?

Das schauen wir uns in unserer zweiten Frauenausgabe des Verbandsstrategen – apropos: Was ist eigentlich mit dem Titel unserer Zeitschrift? – genauer an. Meine Kolleginnen Nina Dwerlkotte und Elisabeth Stumvoll plädieren beispielsweise dafür, dass sich Kommunikationsverantwortliche um eine gendergerechte Sprache bemühen. Die Möglichkeiten dafür stellen sie gleich mit vor, damit es keine Ausreden mehr gibt.

Ausreden für Verbände gibt es auch in puncto Gehalt nicht mehr. Das darf als kleine Quintessenz des Gender-Pay-Gap-Artikels unserer Gastautor*innen Carolin Katzera, Dr. Michael Kind und Tom Feldkamp verraten werden. Die Bewusstwerdung der meist immer noch schiefen Gender- Lage, im Allgemeinen wie in der Verbandswelt, und der Weg zu einer geschlechtergerechten, diversen Zukunft sind unbequem und langwierig. Das Beispiel meiner Freundin und unsere Beiträge in dieser Ausgabe aber zeigen mir: Mit mehr Konsequenz kommen wir ans Ziel! Lassen Sie uns das Unbequeme gemeinsam anpacken. Geschlechtergerechtigkeit ist dann hoffentlich schon bald für uns alle selbstverständlich.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Denise Carstensen
ADVERB – Agentur für Verbandskommunikation

PS: Sollten Sie Unterstützung bei der Förderung von Frauen im Ehrenamt oder Umsetzung gendergerechter Sprache benötigen, rufen Sie mich gerne jederzeit unter 030 / 30 87 85 88 – 0 an.

Im Editorial berichten Mitarbeitende von ADVERB – passend zur jeweiligen Ausgabe – von ihren Erlebnissen in der Verbandsberatung. Die Texte können sich auf weit zurückliegende Ereignisse beziehen und sind meist verfremdet, um Diskretion zu sichern.

Jetzt PDF downloaden: Diesen Artikel finden Sie im Verbandsstrategen Ausgabe #95 2021, S. 5.

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