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Welche Herausforderungen gilt es bei der Bewegtbild-Kommunikation zu beachten?

Worauf es bei der Verwendung von YouTube und Co. ankommt und welche Tricks Verbände bei spezieller Kameratechnik anwenden können, haben wir vier Experten gefragt. Hier lesen Sie die Antworten.

 

„Professionalität beweisen“
Torsten Reinwald, Pressesprecher, Deutscher Jagdverband e. V. , meint:
„Der Deutsche Jagdverband vertritt rund 245.000 Jäger in Deutschland. Seit drei Jahren setzen wir verstärkt auf Bewegtbilder. Infos aber bitte nur häppchenweise: Mehr als 5 Minuten investieren YouTube-Nutzer selten. Professionell gemachte Filme mit Wiedererkennungswert werden honoriert: Innerhalb von einem Jahr haben wir über 300 neue Abonnenten für YouTube gewonnen. Über 70.000 Mal wurden die Filme zu Fangjagd, Hundeausbildung oder Wildkochen insgesamt abgerufen.

Auch Tagungen lassen sich gut dokumentieren und die Reichweite vervielfachen. Für Facebook gilt: Es kann auch ein 30-Sekunden-Video vom Smartphone sein – wenn die Botschaft stimmt. Ein Petitionsaufruf unseres Präsidenten wurde mehr als 15.000 Mal angesehen.“

 

„Professionalität beweisen“
Roland Stahl, Pressesprecher und Leiter des Dezernats Kommunikation, Kassenärztliche Bundesvereinigung, meint:
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Scheinbar so banal, aber längst nicht selbstverständlich. Mit Filmbeiträgen auf der eigenen Internetseite lassen sich komplexe Sachverhalte kurz und vor allem verständlich vermitteln. Aber die Filme müssen professionell gemacht sein. Verwackelte Aufnahmen mögen im privaten Rahmen ein tolles Flair hervorrufen, wirken aber auf der Verbands-Website eher peinlich.

Inhouse sollte die regelmäßige Produktion erfolgen. Dafür muss man investieren: in die Ausbildung der dafür vorgesehenen Mitarbeiter und in eine gute Kamera- und Schnitttechnik. Das ist nicht ganz billig, aber das eingesetzte Geld ist gut angelegt.“

 

„Schnell auf den Punkt kommen“
Michael Sonnabend, Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V., meint:
„Bei der Bewegtbild-Kommunikation kommt es vor allem darauf an, schnell auf den Punkt zu kommen. Schon die ersten Sekunden sind entscheidend, ob die ,Zuschauer’ dabeibleiben. Inhalt und Thema müssen unmittelbar zu erfassen sein. Hier kann man viel von erfolgreichen Kanälen auf YouTube lernen. Doch auch die Verpackung muss stimmen: Ein gutes Design des eigenen Kanals ist unerlässlich.

Das beginnt bei der Auswahl eines passenden Headerbildes, geht über ein gutes Thumbnail-Design bis hin zur klugen Nutzung der vielfältigen YouTube-Funktionen wie z. B. Playlists, Verschlagwortung, Videobeschreibung. Grundsätzlich gilt: Die Interaktion steht im Vordergrund, auch und gerade auf YouTube. Ermuntern Sie Ihre Interaktionsgruppen, Videos zu bewerten und zu kommentieren.“

 

„Probieren geht über studieren“
Georg Wurth, Ansprechpartner für Journalisten, Deutscher Hanf Verband, meint:
Der Deutsche Hanfverband nutzt seit mehreren Jahren sehr aktiv das Videoportal YouTube, um in Kontakt mit der Öffentlichkeit zu treten und Menschen für das Thema Cannabislegalisierung zu begeistern. Da der Verband hauptsächlich im Internet vernetzt ist und es nur wenige Möglichkeiten für reale Treffen gibt, war die Videokommunikation stets sehr wichtig, um dem Verband ein Gesicht zu geben.

Trotz fehlender Zeit und wenig professionellem Equipment hat der YouTubeAccount bereits 8.000 Abonennten und die Videos wurden über 500.000 Mal geklickt. Es war also für den DHV die richtige Entscheidung, auch ohne professionelle Kameratechnik und Videoschnitt bereits erste Filme zu veröffentlichen. Am wichtigsten war dabei stets ein normaler und seriöser Auftritt, in Zukunft werden aber auch Belichtung, Videoschnitt und Regelmäßigkeit der Beiträge eine größere Rolle spielen.

 

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