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Effizientes Netzwerken geht anders

Egal ob Hintergrundinformationen oder Veranstaltungsort für die nächste Jahreshauptversammlung: Das sprichwörtliche Vitamin B (B für Beziehungen) ist das A und O in der Verbändewelt. Wen wundert’s? Wer vertraut nicht lieber auf die Empfehlung eines Bekannten, statt selbst lange nach den richtigen Informationen zu suchen? So belegt auch die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dass rund 40 Prozent der offenen Stellen über Beziehungen vergeben werden. Doch nicht jeder beherrscht das Jonglieren mit den Kontakten.

„Wie Kontaktmanagement funktioniert? Indem Sie sich zunächst einmal bewusst machen, warum es manchmal nicht funktioniert!“, erklärt Barbara Liebermeister, Autorin des Buches „Effizientes Networking“. Sie allein kenne genug Todsünden, auf die auch erfahrene Kontaktmakler immer wieder hereinfallen würden. Die mangelnde strategische Vor- und Nachbereitung über digitale Netzwerke sei besonders verbreitet. Auf den sozialen Plattformen müsse stetig das eigene Image geprägt und gefestigt werden. Dabei ginge es nicht um das Weiterverbreiten fremder Inhalte, sondern auch darum, die eigene Kompetenz mit Thesen und Inhalten zu unterstreichen. Auch ein wiederkehrender Wesenszug (ohne Jobbezug) kann immer wieder aufblitzen — das schafft Authentizität. Übrigens gelte dies auch im persönlichen Gespräch.

Zu viel darf es allerdings auch nicht sein. Denn sonst sündige man durch chronische Selbstdarstellung. Die sei vergleichbar mit dem Hecht im Karpfenteich: stets damit beschäftigt, sich schillernd darzustellen und alle Karrierechancen zu nutzen. Letztlich schaden solche Blender sich selbst. Denn wer nicht zuhöre, vertue die Chance, mehr über sein Gegenüber zu erfahren.
Überhaupt gehe es beim Netzwerken darum, spannende Persönlichkeiten kennenzulernen und nicht permanent an den nächsten Auftrag zu denken. „Wer in dieser einseitigen Nehmerrolle denkt, hat langfristig wenig Erfolg“, meint Liebermeister.

Die Kontaktscheu sei immer noch für viele ein großes Hindernis. „Dabei wäre es so einfach, auf andere zuzugehen und unvoreingenommen ein Gespräch zu beginnen“, glaubt die Autorin zu wissen und ergänzt: „Ihr Gegenüber wartet genauso darauf wie Sie.“ Das mag ermutigen, vielleicht auch stimmen, helfen tun solche Hinweise dem schüchternen Neuling allerdings nicht. Deswegen folgen weitere Abschnitte mit 10 Geboten für nachhaltiges Kontaktmanagement, Selbstsicherheitstraining und Tipps für das Netzwerken in anderen Ländern und Kulturen.

Fazit: Das Buch ist leicht verständlich geschrieben. Hilfreich sind die praktischen, kompakten Hinweise und anschaulichen Beispiele zu den Ausführungen. Auch die Coaching-Checklisten am Ende jedes Kapitels helfen bei der Selbstreflexion. Absoluten Neulingen mit einer Affinität zum Netzwerken ist das Buch damit eine hilfreiche Stütze. Praktische Übungen oder Aufgaben gibt es aber leider nicht. Was in Flirttrainern inzwischen gang und gäbe ist, wird hier nicht geboten. Das ist eine vertane Chance, die ängstliche Einsteiger vermissen werden.

Fortgeschrittene werden hier und da Inspirationen finden. Letztlich begeistert sein werden sie mangels Tipps zu effizienterem (ressourcenschonenderem) Networking bzw. automatisiertem Marketing nicht. Das ist schade: Denn die Vielzahl unterstützender Tools wie beispielsweise automatisch versendbare E-Mails (nach x-jähriger Verbandsmitgliedschaft oder nach Bestellungen/Newsletter-Anmeldungen) können die Kontaktpflege und -aufbau viel beschäftigter Kommunikatoren sehr erleichtern.

Vielleicht wird die für Frühjahr 2015 geplante 2. Auflage dem Titel gerechter und wird tatsächlich effizientes statt effektives Networking vorstellen.

Übrigens: Wichtige Tipps für alle Bereiche der Verbandskommunikation haben wir bereits für Sie zusammengestellt:
Alle Ausgaben des Verbandsstrategen

Bewertung:
Barbara Liebermeister (2012): Effizientes Networking, Frankfurt am Main.
ISBN 978-3-89981-278-7
133 Seiten, 19,90 EUR

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rezensiert von Christian H. Schuster



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