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Entscheider im Fokus

(c)istockphoto.com/matspersson0Haben Sie alle Entscheider im Blick? Wo vermerken Sie, wie Fachreferenten zum wichtigsten branchenverändernden Gesetzentwurf stehen? Verfügen Sie über eine Aufstellung aller für Sie relevanten politischen Akteure? Die Stakeholder-Analyse ist ein wichtiges Tool der politischen Verbandskommunikation: Schaubilder und Excel-Tabellen können Ihnen dabei helfen, noch besser den Überblick zu behalten, und zusätzlich erleichtern sie Ihnen das Schreiben von Memos und Vermerken.

Die Hauptaufgabe für viele Verbände ist es, den politischen Raum zu beobachten und die Mitgliederinteressen gegenüber Entscheidern zu vertreten. Die wichtigste Grundlage dafür ist es, die relevanten Abgeordneten, Referenten, wissenschaftlichen Mitarbeiter, Büroleiter etc. im Auge zu behalten und deren Standpunkte/Vorhaben auf dem Schirm zu haben. Viele Verbandslobbyisten verlassen sich hierbei auf ihr Gedächtnis oder ihr kleines schwarzes Adressbuch. Beim täglichen Geschäft auf dem Berliner Parkett mag dies noch funktionieren; schwierig wird es allerdings in turbulenten Zeiten und nahezu unmöglich bei kommunikativen Krisen. Zwei kleine Arbeitshilfen können das Lobbying von Verbänden enorm erleichtern.

Excel-Tabellen: Systematisch und informativ

Strukturbetont arbeitende Menschen bevorzugen Excel-Listen, die sich besonders dazu eignen, auch Dritte (Vorgesetzte, Kollegen, etc.) zu informieren. Einzelne Datenblätter, sortiert nach Bundestag, Bundes- bzw. Landesministerien, Medien, Meinungsführern etc, enthalten dabei die jeweiligen Kontakte. Neben Namen und Position können hier Informationen über Standpunkte, Treffen o.ä. vermerkt werden.

Unser Tipp: Mithilfe von Kennzahlen oder Farbfeldern können Sie hier Sortierungen vornehmen, die das Erkennen von Befürwortern und Gegnern erleichtern. Wenn Sie der Liste anschließend in ein PDF konvertieren, erhalten Sie in Sekundenschnelle einen optimalen Bericht über Ihre Lobbyaktivitäten.


LOBBYING FÜR VERBÄNDE UND NGOs
Lobbying, Workshop, Seminar, Referent, Verbände, Verband, Vortrag

EXKURS: Recht und Unrecht – Datenschutz bei Personendatenbanken

Dr. Andreas Freitag, FPS Rechtsanwälte & Notare, mit den Schwerpunkten IT-/Datenschutzrecht, erklärt einige wichtige Grundsätze, die bei der Erstellung von Personendatenbanken für interne Verbandsarbeit zu beachten sind.
1. Datensammlung zum Vereinszweck: Personenbezogenen Daten (Meinungen, Vorhaben) von Vertretern der Behörden und anderer Organisationen dürfen nur gesammelt werden, soweit sie erforderlich sind, um den satzungsmäßigen Vereinszweck sinnvoll und effektiv verfolgen zu können (Förderung der Mitgliederinteressen). Es muss sich um von der Rechtsordnung gebilligte Interessen handeln, was i.d.R. zutreffen wird.
2. Infos aus „erster Hand“: Die Informationen müssen dem Ver-ein von der betreffenden Person selbst mitgeteilt oder von ihr autorisiert sein (öffentliche Interviews, Presseerklärungen, Äußerungen z.B. in Ausschüssen etc.). Sachfremde Informationen dürfen nicht gespeichert werden. Die Richtigkeit von Drittinformationen muss ggf. durch Nachfrage beim Betroffenen überprüft werden.
3. Unzulässige Speicherung: Bei überwiegenden Interessen des Betroffenen (z.B. bei einem Meinungswechsel) ist die Speicherung unzulässig.

Schaubilder: Prägnant und anschaulich

Eher visuell orientierte Menschen bevorzugen Schaubilder. Diese (in PowerPoint oder an Pinnwänden) selbst erstellten Übersichten eignen sich vor allem dazu, den aktuellen Stand eines Prozesses zu erfassen und bildlich darzustellen. Sie setzen mithilfe von schriftlichen und grafischen Elementen Personen und Sachverhalte in Beziehung zueinander. Hierzu müssen in einem ersten Schritt alle Akteure auf Karten geschrieben oder in PowerPoint erfasst werden. Optisch ansprechender, aber auch zeitlich aufwändiger sind Fotos oder Logos der Akteure. In einem zweiten Schritt werden die Akteure entsprechend der jeweiligen Fragestellung sortiert.

Unser Tipp: Machen Sie sich Ihren eigenen Plan! Die Sortierung ist stets zweckgebunden. Wollen Sie sich einen Überblick über Ihre Gegner und Unterstützer verschaffen, dann sortieren Sie die Akteure gemäß ihrem Standpunkts in einem Kreis. Die Akteure, die von Ihnen am weitesten entfernt sind, haben eine grundsätzlich andere Meinung. Sie werden überrascht sein, welche Akteure Ihnen näher stehen als sie dachten. Auch Abhängigkeiten/thematische Zuständigkeiten lassen sich mit Schaubildern darstellen.

 

 

Hier einige Inspirationen für Sie:

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Was sind eigentlich Stakeholder?

Stakeholder (nach ISO 10006) sind alle Personen eines Projektes, die an diesem interessiert oder von ihm in irgendeiner Weise betroffen sind.

Im nationalen Lobbying gehören u.a. dazu: Berichterstatter aus den Bundestagsausschüssen, wissenschaftliche Mitarbeiter der Abgeordneten, Landtagsabgeordnete, Referenten aus den Ministerien und Fraktionen auf Bundes- und Landesebene, Vertreter aus „benachbarten“ Verbänden und Interessengruppen, anerkannte Meinungsführer aus der Wissenschaft, Fachjournalisten sowie befreundete/wohlgesonnene Personen aus dem politischen Umfeld.

 

 

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