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Was sollten Verbände bei der Vorbereitung auf ein Interview beachten?

Bei Mediengesprächen gibt es einige Hürden zu erkennen und zu überwinden. Wie sich ihr Verband für die Fragen von Journalisten wappnet und die Positionen im Sinne der Mitglieder deutlich macht, haben wir vier Experten gefragt. Hier lesen Sie die Antworten.

 

„Verbandsthemen verpacken“
Sandra Freisinger, Pressesprecherin, Verband für Product Placement e. V., meint:
„Journalisten lieben knackige und emotionale Aussagen. Nichts ist langweiliger als Allgemeinplätze. Um die aktuell zwei bis drei wichtigsten Verbandsthemen zu transportieren, müssen wir sie ‚entsprechend verpacken‘. Wie, das sollte man sich im Vorfeld überlegen, und so simpel es klingen mag: bitte aufschreiben.

Das verbessert die Chancen, dass diese Themen im fertigen Interview den entsprechenden Platz einnehmen werden. Die Aussage: ‚Placement steigert den Umsatz‘, sollte man durch ein Beispiel illustrieren, wie: ,Seit der Platzierung in Germany‘s Next Topmodel wünschen sich junge Frauen einen Opel Adam.‘ Sinn macht es zudem, sich die Interview-Fragen im Vorfeld zusenden zu lassen und sich ggf. mit Experten im Verband zu dem jeweiligen Thema zu beraten.“

 

„Auf Fallen vorbereiten“
Arne Peper, Geschäftsführer, Deutscher Fundraising Verband e. V. , meint:
„Die Basis einer guten Vorbereitung ist ein ausführliches Gespräch mit dem Interviewpartner, bei dem man genau klärt, worum es gehen soll, was das Ziel des Interviews ist und wer es zu lesen bekommt.

Dann steht die Überlegung an: Was möchte ich eigentlich aussagen? Wie ist die genaue Position unseres Verbands? Zu beachten ist dabei auch, dass ein Thema vielleicht in der Öffentlichkeit noch nicht so bekannt oder umstritten ist.

Um mit kritischen Fragen des Journalisten sicher umzugehen, sollte man im Vorfeld überlegen, wo klassische ‚Sprengfallen‘ des Themas liegen. Für uns als Fundraisingverband zum Beispiel geht es dabei oft um Fragen zu ethischen Standards des Spendensammelns.“

 

„Probleme identifizieren“
Timur Slapke, Ansprechpartner für die Presse, Führungskräfteverband ULA & Führungskräfteverband Chemie VAA, meint:
„Man sollte sich über die Zielgruppe und den inhaltlichen Hintergrund des Mediums im Klaren sein. Wird dies nicht ersichtlich, helfen konkrete Rückfragen im Vorfeld des Interviews. Während es in Printmedien durch die gängige Autorisierungspraxis kaum Fallstricke gibt, müssen Livesituationen in Funk und Fernsehen dagegen umso gründlicher vorbereitet werden.

Da gilt es, Problemthemen, Überraschungen oder gar K.-o.-Kriterien frühzeitig zu identifizieren. Bei Autorisierungen sollte man generell auf Zurückhaltung achten und nur so wenig wie nötig in den Lesefluss eingreifen.

Wenn möglich, haben klare Aussagen Vorrang, denn von vorgestanzten Phrasen und glattgebügelten Botschaften hat niemand etwas.“

 

„Wichtig: Vorab-Kontakt“
Florian Brich, Sprecher des Vorstands Öffentlichkeitsarbeit, Verband kinderreicher Familien Deutschland e. V., meint:
„Jedes Interview ist eine potenzielle Bühne für Ihre Kernbotschaften. Überlegen Sie daher vorab: Welches Medium fragt an? Welches Ziel wird verfolgt? In welchem Kontext soll das Interview erscheinen? Wie, wo und wann soll das Interview konkret geführt werden?

Es ist vor allem wichtig, in der Interview-Vorphase schon Kontakt zum Interviewer aufzunehmen, Hintergründe aufzuklären und Spielregeln (bspw. Fristen, Freigaben, Belege) festzulegen.

Es gibt immer Ansatzpunkte, um diesen Vorab-Kontakt herzustellen. Achten Sie auf den Kanal, über den die Interviewanfrage kommt, und signalisieren Sie aufrichtige Hilfsbereitschaft. Denken Sie daran: ‚Wer fragt, der führt‘.“

 

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