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Volle Fahrt voraus im “Haifischbecken”!

Das bis dato in der deutschsprachigen Forschungslandschaft noch wenig untersuchte Feld der Krisen-PR steht im Fokus des Buchs von Danyal Alaybeyoglu. In ihm erklärt der Autor das Phänomen Krise in der Unternehmenskommunikation und erläutert die Voraussetzungen, Ausdrucksformen und Wirkungsweisen. Den Leser erwartet ein intensiver Exkurs mit wertvollen und stellenweise überraschenden Erkenntnissen für die Praxis, den er in drei Etappen durchläuft.

„Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“, sagte einst Max Frisch und nimmt dem Begriff der „Krise“ seine Dramatik. So hält es auch Danyal Alaybeyoglu. Für die Krisenbewältigung ist eine professionelle Krisenkommunikation mehr denn je Grundvoraussetzung. Das Buch bietet den Lesern eine intensive, kritische Reflexion unterschiedlicher theoretischer Ansätze und Modelle der Massenmedien und Unternehmenskommunikation im Krisenkontext.

Anhand des Krisenlebenszyklus erläutert der gelernte Journalist Alaybeyoglu mögliche strategische Kommunikationsmaßnahmen und erklärt Chancen sowie Risiken, Selbstwahrnehmung und Grundverständnis beim Krisenmanagement von Unternehmen. Hilfreich für den interessierten Leser sind die zahlreichen Literaturverweise und die Darstellung der Ansätze in Grafiken und Tabellen.

Nach der theoretischen Betrachtung resümiert er, dass es keine Standardkrise gibt und daran anknüpfend auch kein Standardkatalog von Instrumenten der Krisenkommunikation vorhanden ist. Generell konstatiert er, dass Krisenkommunikation nur dann erfolgreich und effizient ist, wenn sie im Rahmen eines integrierten Public-Relations-Management-Ansatzes betrachtet wird.

PR-Manager geben Einblicke in ihre Krisenpraxis
Neue Erkenntnisse über Krisenhandling bietet der zweite Teil des Buchs, in dem Ergebnisse einer empirischen Befragung von 400 Kommunikationsverantwortlichen aus den größten deutschen Unternehmen in Risikobranchen präsentiert werden. Einige Hypothesen des Autors werden bestätigt, andere Ergebnisse sind eher verblüffend.

Trotz der zunehmenden Professionalisierung von Krisen-PR in der Unternehmenskommunikation identifiziert Alaybeyoglu dennoch erhebliche Defizite in der Praxis. Insbesondere bedauert er die Blindheit vieler Praktiker, die die Bedeutung des Transfers wissenschaftlicher Forschung im Krisenkontext verkennen. An der Stelle appelliert er an die Berufsverbände, die Rolle des Mediators einzunehmen und Wissenschaft mit Praxis zu vereinen.

Fazit: Das vorliegende Werk wird seinem Anspruch als Impulsgeber für PR-Verantwortliche, den mangelnden Transfer zwischen theoretischer Diskussion und praktischer Anwendung zu überwinden, gerecht. Auch Kommunikationsprofis aus Verbänden dürften aus dieser Lektüre wohl einige wertvolle Erkenntnisse für ihre Alltagspraxis erhalten und mithilfe der Studienfragen einen Eigen-Check durchführen. Allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass die intensive Auseinandersetzung mit der Vielzahl von theoretischen Konzepten im ersten Teil die Aufmerksamkeit von Praktikern auf die Probe stellen dürfte. Insgesamt bereitet der Autor ein äußerst komplexes Feld in kritischer Reflexion verständlich auf und ermöglicht damit auch interessierten Einsteigern den Zugang zu den Aufgaben und Herausforderungen der Krisenkommunikation.

Da die erhobenen Daten bereits einige Jahre zurückliegen, wäre bei einer Vertiefung der Thematik besonders spannend zu erfahren, welchen Stellenwert das Instrumentarium der Krisenkommunikation in der aktuellen PR-Praxis einnimmt, ob die identifizierten Defizite noch existieren und ob der Wissenstransfer der kommunikationswissenschaftlichen Krisenforschung mittlerweile breiteren Zuspruch in der Public-Relations-Kultur der Unternehmen und Verbände findet.

Übrigens: Wichtige Tipps für alle Bereiche der Verbandskommunikation haben wir bereits für Sie zusammengestellt:
Alle Ausgaben des Verbandsstrategen

Bewertung:
Danyal Alaybeyoglu (2012): Krisenkommunikation von Unternehmen in Risikobranchen – Prämissen, Probleme, Perspektiven; München.
ISBN: 978-3639448818
208 Seiten, 59,00 EUR

Zielgruppe
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rezensiert von Dominika Mitrovic & Christian Hengstermann, IFK Berlin

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