ADVERB - » Was müssen Sie bei Hintergrundgesprächen beachten?

Was müssen Sie bei Hintergrundgesprächen beachten?

Podiumsdiskussion, Anschreiben oder persönliches Gespräch — es gibt viele Wege, mit denen Verbände politische Entscheidungsträger und Journalisten für ihre Themen gewinnen können. Wir haben drei Experten befragt, was Interessenvertreter bei der Planung und Durchführung von Hintergrundgesprächen beachten sollten.

 

„Exklusivität und Qualität“
Dominik Meier, Vorsitzender, Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de’ge’pol), meint:
„Zum einen sind die Rahmenbedingungen ausschlaggebend. Wen spreche ich an? Wo und zu welchem Zeitpunkt? Mit welchen Botschaften, welcher Zielsetzung? Die richtigen Personen müssen zum richtigen Moment innerhalb des politischen Entscheidungsprozesses angesprochen werden. Dies geschieht in geschlossenem Kreise; jedoch muss das Zustandekommen des Gespräches transparent sein.

Zum anderen kommt es auf den Gesprächsinhalt an. Entscheidend sind Qualität und Exklusivität der bereitgestellten Information. Die politische Währung sind Informationen, nicht Geld. Wer dies beachtet, hat gute Aussichten, auf offene Ohren zu stoßen. Ansonsten ist man unten durch und kriegt nur selten eine zweite Chance.“

 

„Beide Seiten müssen profitieren“
Heike Neumeister, Pressesprecherin, IG Metall, meint:
IG Metall_Heike Neumeister„Hintergrundgespräche bieten beiden Gesprächspartnern einen mehr oder weniger geschützten Raum, von dem beide profitieren. Frei vom unmittelbaren Veröffentlichungsdruck und ohne dass jede Äußerung von fein geschliffener Qualität sein muss, können sich Organisations- und Medienvertreter auf Augenhöhe begegnen.

Die IG Metall nutzt diese Chance, um in die wirtschaftliche Debatte die Realität aus den Betrieben und die Erfahrungen der Arbeitnehmervertreter unmittelbar einzubringen. Das ermöglicht eine bessere journalistische Einordnung eigener Positionen. Für eine Organisation mit politischem Gestaltungsanspruch ist der direkte Dialog mit Journalisten ein unverzichtbares Instrument professioneller Medienarbeit.“

 

„Vertrauen schaffen und nachhaltigen Dialog sichern“
Christian Heep, Vorstand Marketing Bundesverband eMobilität e.V., meint:
BEM_Christian Heep„Verbände arbeiten primär im Interesse ihrer Mitglieder. Unsere wesentliche Aufgabe besteht in der Moderation dieser Interessen gegenüber Dritten und damit allen relevanten Akteuren in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Mit Hintergrundgesprächen und der Organisation und Durchführung von politischen Informationsveranstaltungen ermöglichen wir es, dass die Themen unserer Mitgliedsunternehmen Gehör auf dem politischen Parkett finden.

Hierbei geht es nicht nur um eine bloße Informationsvermittlung, sondern primär um die Schaffung einer Vertrauensbasis, um langfristig einen nachhaltigen Dialog mit den relevanten Akteuren zu initiieren.“

 

Weitere Informationen
– Jetzt solche Artikel abonnieren: Greifen Sie zu, und tragen Sie sich für ein kostenloses Frei-Abonement des “IFK Verbandsstrategen – Servicemedium für professionelle Verbandskommunikation” ein.
– Jetzt pdf downloaden: Diesen Artikel finden Sie im IFK Verbandsstrategen (Ausgabe 03/2013, S. 3).


Datenschutzerklärung