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Neue Formen der Spendengenerierung

(c)istockphoto.com/vasilkiWie kann Ihr Verband die rasanten technischen Entwicklungen im Online- und Mobilfunk-Sektor effektiv für die Spendengenerierung nutzen? Wie können Sie finanzielle Ressourcen erschließen und neue Förderer und potenzielle Mitglieder erreichen? Eine Antwort auf diese Fragen erhalten Sie hier.

Die neuen Fundraising-Methoden sind schneller und flexibler, da sie das Potenzial neuer Funktionen und Anwendungen nutzen. So erreichen Sie z. B. durch Online-Spendentools heute auch die jüngere Generation, obwohl diese nicht zu den traditionell spendenfreudigen Altersgruppen gehört. Zudem wird der gesamte Spendenablauf anpassungsfähiger und damit für alle Beteiligten einfacher. Statt wie früher Überweisungsvordrucke und ein Gang zur Bank, ist zum Abwickeln der Spende nun lediglich eines von vielen möglichen elektronischen Endgeräten – Handy oder Computer – vonnöten. Gleichzeitig gibt es immer mehr externe Anbieter, die technische Rahmenbedingungen bereitstellen und so die Verbände beim Aufbau neuer, internetbasierter Spendenstrukturen entlasten.

Mobile Fundraising
Das Handy ist zum festen Begleiter im Alltag geworden. Die Grundfunktionen (Telefonieren und SMS) sind unkompliziert, schnell und überall nutzbar. Diese Eigenschaften können auch dem Fundraising zugutekommen. Verschiedene SMS- und Online-Anbieter ermöglichen es gemeinnützigen Organisationen, eine eigene Spendennummer einzurichten. Wird diese Nummer mit einem bestimmten Stichwort nun über die klassischen Kanäle (Anzeigen, Postkarten) oder online beworben, können Unterstützer durch das Senden einer SMS mit dem Stichwort auf direktem Wege spenden. Der festgelegte Spendenbetrag wird direkt vom Guthaben des Spenders abgebucht oder auf dessen Mobilfunkrechnung vermerkt und mit einer Dankeschön-SMS bestätigt.

Unser Tipp: Nutzen Sie ein einfaches Kennwort und eine einfache Spendennummer. Denn hier gelten die gleichen Regeln wie bei Kontonummern und Bankleitzahlen. Falls Sie unsicher sind, ob die Methode der SMS-Spenden zu Ihrer Zielgruppe passt, verbreiten Sie diese Option zunächst parallel zu den klassischen Spendenaufrufen .

Mit Onlinepräsenz Spenden generieren
Ein gut strukturierter Internetauftritt ist heutzutage ein unerlässlicher Bestandteil der Verbandskommunikation. Er dient Verbänden nicht nur dabei, ihre Ziele zu kommunizieren, sondern auch auf die Notwendigkeit und den Sinn von Spenden hinzuweisen. Auf der eigenen Homepage lassen sich Spenden leicht abwickeln, z. B. durch ein Online-Spendenformular, welches sich direkt in die Homepagestruktur einfügen lässt. Der Spender gibt dort seine Daten und seinen gewünschten Geldbetrag an, dieser wird per Einzugsermächtigung abgebucht. Der enge Zusammenhang zwischen der Verbandsdarstellung und dem Formular bietet viele Chancen für eine längerfristige Spenderbindung, da man sich automatisch vermehrt mit den Zielen der Organisation auseinandersetzt.

Um auf das Spendenformular aufmerksam zu machen, nutzen Verbände inzwischen die ganze Bandbreite der Onlinekommunikation: von E-Mail-Abbindern über Spendenbanner und -buttons (visuelles Symbol, mit dem Internetnutzer per Mausklick direkt zum Spendenformular gelangen) auf der eigenen Website bis hin zu Verlinkungen aus dem Online-Newsletter zum Spendenformular. Auch die Spenden-E-Mail wird – obwohl selten erfolgreich – vielfach genutzt.

Unser Tipp: Sie können Spendenbanner und -buttons nicht nur auf Ihrer Homepage, sondern auch auf Ihrem Profil in verschiedenen sozialen Netzwerken einfügen. Platzieren Sie sie so, dass sie gut gesehen werden, aber nicht von Ihrer Botschaft ablenken. So können Sie Ihren Besuchern den Weg zum Spendenformular erleichtern.

Soziale Netzwerke zur Spendengenerierung
Neben der Homepage gibt es noch weitere Möglichkeiten für Verbände, sich online zu präsentieren. Verschiedene Portale im Internet bieten gemeinnützigen Organisationen eine Plattform, um sie für ihre Anliegen werben und neue Anhänger gewinnen zu lassen. Ein großer Vorteil ist hier zum einen, dass sich Nutzer solcher Plattformen generell für gemeinnützige Organisationen interessieren und spendenbereit sind. Zum anderen werden die technischen Rahmenbedingungen von den Anbietern bereitgestellt und die Verbände von Verwaltungs- und Servicearbeiten weitgehend entlastet. Die Portale selbst sind meistens ähnlich wie soziale Netzwerke aufgebaut und erfordern das Anlegen eines Profils. Dorthin können Texte und Fotos hochgeladen werden, die die Arbeit des Verbandes vorstellen. Zudem ist es möglich, ein Spendenformular einzurichten oder auf die SMS-Spendennummer aufmerksam zu machen.

Unser Tipp: Sie sollten Ihr Profil auf einer Spendenplattform nicht als Ersatz für eine Homepage ansehen. Durch die vielen dort vertretenen Organisationen verliert sich Ihr Profil leicht im Meer der Angebote und es wird schwer, Menschen direkt zu erreichen. Sie können aber z. B. über einen Link eine Verbindung zwischen Ihrem Profil und Ihrer Homepage herstellen. Interessenten, die zufällig auf Ihr Profil gelangt sind, können sich so noch umfassender informieren.

Unser Test
(c)istockphoto.com/SvetaWir haben die bekanntesten Spendenportale für Siegeprüft. Hier finden Sie eine Zusammenfassung unserer Eindrücke.
Spendino.de
Diese Internetseite bietet helles Design und leichte Bedienbarkeit. Die einzelnen Angebote sind schnell auszumachen und detailliert erklärt. Die Funktion der Profilerstellung wird hierbei leider jedoch vernachlässigt und eher schwer zu finden. Spendino arbeitet u. a. mit Amnesty International und dem Deutschen Roten Kreuz zusammen, ist aber nicht zertifiziert. Im Jahr 2010 haben 200 Organisationen die Angebote genutzt und über 90.000 Einzelspenden erhalten.

spendenportal.de
Das Portal ermöglicht es Verbänden, ein Profil zu erstellen und dieses mit einem Spendenbutton für Geld- und Sachspenden zu kombinieren. Die Website ist eher unübersichtlich und altmodisch aufgebaut, verfügt aber über ein recht gelungenes Suchsystem, mit dem sich Organisationen durch Eingabe beliebiger Suchbegriffe schnell finden lassen. Das Portal wird gefördert durch die Robert Bosch Stiftung und wird von über 1.500 Organisationen genutzt.

Fundraisingbox.com
Dieses Unternehmen bietet ein Gesamtpaket für Verbände, die Angebote können jedoch auch einzeln und nach Belieben wahrgenommen und kombiniert werden. Sie lassen sich durch eine Übersicht auf der Website finden. Diese ist insgesamt gut gestaltet, überfordert den Nutzer aber teilweise durch zu viele – mehr oder weniger relevante – Informationen auf einem Fleck. Fundraisingbox wird unterstützt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und ist Mitglied im Deutschen Fundraising Verband, verfügt aber nicht über ein Zertifikat.

altruja.de
Ein weiterer Allrounder, der im Vergleich einen größeren Schwerpunkt auf die sozialen Medien setzt. Die Angebote können individuell zusammengestellt werden und sind auf der modern gestalteten Website leicht zu finden. Altruja verfügt über ein PCI-Zertifikat, welches die Sicherheit von Zahlungstransaktionen prüft, und hat bereits mit verschiedenen Organisationen zusammengearbeitet, darunter Aktion Deutschland Hilft und Care.

von Alina Ludwig, IFK Berlin

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