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In fünf Schritten zum politischen Blitzstarter

Der Bundestag hat sich konstituiert und der Koalitionsvertrag ist unterzeichnet. Spätestens jetzt sollten Sie sich auf die neue Legislatur vorbereiten. Mit den folgenden Tipps und Hinweisen werden Sie vom Einsteiger zum Lobbying-Blitzstarter und lassen die Konkurrenz im politischen Wettstreit hinter sich.

Schritt 1: Vor de(c) istockphoto.com/Jorgenmacm Start – Umfeld analysieren
Lernen Sie Ihr Umfeld kennen, ansonsten wird es schwierig, sich von Anfang an zu behaupten! Beginnen Sie am besten mit dem Grundlagentraining! Lernen Sie die Strecke kennen, die ein Gesetz zurücklegen muss. Machen Sie sich mit öffentlich zugänglichen Geschäftsordnungen, Ministeriumsorganigrammen und Ausschussprotokollen vertraut.

Verdeutlichen Sie sich, welches politische Organ welche Aufgabe besitzt, und informieren Sie sich darüber, welche Personen in den wichtigsten Gremien sitzen. Nur wenn Sie das politische System verstehen, können Sie sich darin bewegen. Das heißt: Erstellen Sie Listen und Übersichten mit den wichtigsten Akteuren in Ihrem Politikfeld und pflegen Sie die Kontakte, damit Sie alle Personen und Themenentwicklungen im Auge behalten. Es ist an dieser Stelle ebenfalls sinnvoll, sich mit den Aufgaben und Mehrheitsverhältnissen im Bundestag oder im Bundesrat auseinanderzusetzen.

Hilfreiche Unterstützung können die Internetseiten und Publikationen der Bundeszentrale für politische Bildung bieten. Sogar erfahrene Lobbyisten sind überrascht, wie viele Informationen (Protokolle, Drucksachen, Tagesordnungen) sich auf der Seite des Deutschen Bundestags finden lassen.

Was einige Neulinge nicht wissen: Die aktuelle Besetzung des neuen Bundestags wird frischen Wind in die Hauptstadt bringen. Denn von den 631 Abgeordneten im neuen Parlament sind 230 zum ersten Mal im Bundestag vertreten, das sind 36,5 % der Abgeordneten. Die Ansprache dieser unerfahrenen, neuen Abgeordneten kann durchaus knifflig werden.

Schritt 2: Die ric(c) istockphoto.com/Jorgenmachtige Taktik wählen
Damit Sie nicht auf halbem Weg schlappmachen, sollten Sie sich nun die richtige Taktik überlegen und einen konkreten Plan aufstellen. Um sich über die eigenen Ziele und Vorstellungen klar zu werden, helfen die klassischen W-Fragen.

Die Beantwortung dieser Fragen ist essenziell, um die richtige Taktik zu finden und sich auf den eigentlichen Start der Aktionen vorzubereiten. Gerade Anfänger versteifen sich mitunter zu sehr auf Organigramme. Kleine Rädchen haben oft entscheidende Funktionen im politischen Betrieb.


LOBBYING FÜR VERBÄNDE UND NGOs
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Selbstüberschätzung kostet unnötig Kraft, hat wenig Erfolgsaussichten und sollte klar vermieden werden. Denn die kleinen Referenten von heute sind eventuell die Big Player von morgen.

Ein weiterer Teil der Strategie sollte eine permanente Soll-Ist-Analyse sein. Hierbei findet ein Abgleich der aktuellen Situation mit der gewünschten Situation am Ziel statt. An dieser Stelle kann Ihnen auch eine SWOT-Analyse helfen, mit der sich eigene Stärken, Schwächen, Chancen und Schwierigkeiten realistisch gegenüberstellen lassen. Somit sind Sie fit für Ihren ersten Lauf.

(c) istockphoto.com/JorgenmacSchritt 3: Kurz vor dem Start – eigenen Platz finden
Auf die Plätze, fertig, los! Am Start ist es nicht nur wichtig, gut wegzukommen, sondern auch immer ein Auge auf seine Nachbarn zu haben: Wer ist mein potenzieller Konkurrent, wer ist möglicherweise ein unterstützender Mitstreiter? Das Feld ist groß, deswegen bedarf es eines ständigen Monitorings (Tages- und Fachpresse, Themen- und Informationsdienste), auch um Gefahren und Chancen unbekannter Akteure früh zu erkennen.

Achten Sie darauf, wer Ihre Taktik übernimmt, in Ihrem Windschatten segelt, und unterschätzen Sie nicht das hintere Feld, das womöglich noch auf der Zielgraden gefährlich werden könnte.

Schritt 4: Beim D(c) istockphoto.com/Jorgenmacrahtseilakt – Instrumente nutzen
Jetzt geht es ans Eingemachte. Denn jetzt kommt es darauf an zu prüfen, welche Mittel der Ansprache am meisten Wirkung zeigen, denn der Nutzen der verwendbaren Tools ist nicht zu unterschätzen und sollte gut gewählt sein.

Die Zeit der Durchführung ist also angebrochen. Hierbei sollte bedacht werden, dass auch der Weg schon ein Teil des Ziels ist und auch kleine Zwischenerfolge große Auswirkungen auf die Gesamtsituation haben können. Das heißt: Beharrlich und schrittweise geht’s dem Ziel entgegen. Hast und Aktionismus funktionieren auf dem politischen Parkett nur sehr selten. Vergessen Sie nicht, Vorgesetzten oder Mitgliedern zu berichten. Halten Sie sich aber mit Erfolgsmeldungen zurück. Noch stehen Sie nicht auf dem Siegertreppchen!

(c) istockphoto.com/JorgenmacSchritt 5: Durchhalten
Es ist ein langer Weg, um sein in der Planung gestecktes Ziel zu erreichen. Deshalb heißt es: dranbleiben! Werden Sie zum verlässlichen Partner der Politik und gewinnen Sie hierdurch immer mehr Vertrauen.

Politiker erwarten von Ihnen Fakten, Hintergründe und Einschätzungen. Seien Sie also jederzeit vorbereitet und stimmen Sie intern Ihre Ziele und Standpunkte zu den wichtigsten Themenfeldern ab. Das heißt: Verfolgen Sie die Berichterstattung täglich und gleichen Sie Ihr Wissen über Studien, Daten und Fakten mit Ihren Zielen ab. Wenn Sie diese Informationen nun komprimiert, passgenau und gefiltert weitergeben, sind Sie am Ziel angekommen und können sich stolzen Hauptes einen politischen Blitzstarter nennen.

von Christian H. Schuster und Maximilian Kunze, IFK Berlin

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