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Verbandsinteressen durch Daten und Fakten unterstützen

Möchten Sie Ihrer Lobbyarbeit bei den politischen Entscheidungsträgern Nachdruck verleihen, Ihre Interessen mit hohem Nachrichtenwert in den Medien platzieren oder Ihre Mitglieder fundiert über ein verbandsrelevantes Thema informieren? Möchten Sie sich als Experte auf Ihrem Fachgebiet präsentieren? Dann erstellen Sie Studien und präsentieren Sie diese mit größtmöglicher Wirkung.

Objektive Daten und Fakten, die über Studien generiert werden, sind wertvoll, um die Öffentlichkeit und politische Entscheidungsträger über verbandsrelevante Themen zu informieren und diese von verbandseigenen Anliegen und Positionen zu überzeugen. Konkrete Aussagen zu bestimmten Themen, die durch Studien zustande kommen, haben einen erhöhten Nachrichtenwert. Ein höherer Nachrichtenwert wiederum verbessert die Chance, dass die Medien das Thema aufgreifen und verbreiten. Aussagen über Markt- und Verkaufszahlen, Nutzungsverhalten sowie Umfragen zu Einstellungen sind lediglich einige Beispiele unter vielen anderen Aussagemöglichkeiten von Studien.

Themenfindung und Zielsetzung
Studien werden in erster Linie dazu genutzt, um Verbandsanliegen und -forderungen, für deren erfolgreiche Umsetzung das Handeln des Gesetzgebers gefragt ist, durch Zahlen, Daten und Fakten zu belegen und somit deren Bedeutung zu unterstreichen. Gegenüber den Verbandsmitgliedern haben Studienergebnisse darüber hinaus in der Regel zum Ziel, über Erfolge und Notwendigkeit der Verbandsarbeit oder über andere relevante Themen zu informieren. Zunächst gilt es daher, relevante (möglichst aktuelle) Themen zu identifizieren und die verbandsinternen bzw. die in der Öffentlichkeit und bei politischen Entscheidungsträgern zu erreichenden Ziele der Studie festzulegen. Geschieht dies nicht, läuft die in Auftrag gegebene Studie Gefahr, ansatzlos und unbeachtet an der Zielgruppe vorbeizuziehen, da relevante Themen nicht erkannt wurden und mögliche Ergebnisse nicht zielgruppengerecht aufgearbeitet und präsentiert werden können.

Tipp: Setzen Sie, bevor Sie eine Studie in Auftrag geben, klare Ziele dahingehend, wen und was Sie mit den Studienergebnissen erreichen wollen. Die auf Ihre Ziele hin ausgerichtete Fragestellung innerhalb der Studie hilft Ihnen dann dabei, diese zu erreichen.

Zeit- und Budgetplanung
Primäranalysen erfordern eine langfristige Planung, da die Datenerhebung unter Umständen sehr zeitaufwendig sein kann. Sollten schnelle Studienergebnisse benötigt werden, bietet sich für bestimmte Themen eine Sekundäranalyse bereits vorhandener Daten an, die von externen Anbietern (Statista, Statistisches Bundesamt etc.) erworben werden können. Stehen interne Ressourcen (personell und finanziell) zur Verfügung, können Studien auch vom Verband selbst erstellt werden. Dabei sollte aber unbedingt bedacht werden, dass in diesem Fall die Unabhängigkeit der Studie von Kritikern zumindest angezweifelt werden könnte. Wird hingegen ein unabhängiges Forschungsinstitut mit einer Studie beauftragt, sind die Kosten in der Regel hoch. Dafür bieten diese professionellen Anbieter aber auch Komplettpakete an, die neben der Erstellung des Fragebogens auch die Datenerhebung sowie die Auswertung der Ergebnisse umfassen.

Tipp: Eine höhere Resonanz und Glaubwürdigkeit erreichen Studienergebnisse, die von einem unabhängigen Institut bzw. Experten mit entsprechendem Ruf durchgeführt werden. So beugen Sie jedem Verdachtsmoment einer subjektiven Informationsermittlung vor. Dabei sollten Sie beachten, dass die Ergebnisse der Studie je nach Forschungseinrichtung variieren können. Begründet liegt dies in der jeweiligen Ausrichtung (wirtschaftlich/politisch/methodisch) des Forschungsinstituts.

Präsentation der Studienergebnisse
Bevor die Ergebnisse der Studie präsentiert werden, müssen diese unbedingt noch einmal mit den Positionen des Verbandes sowie den gesetzten Zielen der Studie abgeglichen werden. Die zentralen Ergebnisse müssen nachvollziehbar für die jeweiligen Zielgruppen aufbereitet sein. Wenn möglich sollte eine Zuspitzung auf zwei bis drei Kernaussagen vorgenommen werden.
Bei der öffentlichen Präsentation der Studienergebnisse sind Pressemitteilungen und Pressekonferenzen das Mittel der Wahl. Pressemitteilungen skizzieren dabei die wichtigsten Informationen rund um die Studie. Dazu zählen bspw. Auftraggeber und Verfasser der Studie, Erhebungszeitraum und andere relevante Hintergründe sowie selbstverständlich zentrale Ergebnisse der Studie. Zudem sollte darauf verwiesen werden, wie die gesamte Studie bei Bedarf angefordert werden kann oder über einen Link im Internet zu finden ist. Dieser Link kann entweder auf die verbandseigene Homepage oder auf eine sogenannte Microsite, also auf eine eigens für die Studie eingerichtete Website, führen und weitere Informationen bereitstellen. Pressekonferenzen bieten sich vor allem an, wenn Studienergebnisse voraussichtlich eine große Resonanz bei den Medien auslösen werden, das Thema in der Öffentlichkeit bereits diskutiert wird und/oder eine hohe Relevanz für den Verband hat. Sind die verbandseigenen Räume für eine Pressekonferenz nicht geeignet, bietet es sich an, einen zentralen Veranstaltungsort zu mieten und die relevanten Journalisten frühzeitig zu der geplanten Pressekonferenz einzuladen. Die Pressekonferenz sollte idealerweise vormittags stattfinden, um eine Verbreitung der Studienergebnisse noch am selben Tag sicherzustellen. Neben der Präsentation der zentralen Ergebnisse können auch die Fragestellung sowie die Zielsetzung der Studie verdeutlicht werden. Nachfragen von Journalisten sollten professionell beantwortet werden können, was die Anwesenheit von kompetenten Verbandsverantwortlichen zur Pflicht macht. Obligatorisch ist das Zusammenstellen einer Pressemappe, die vor Ort ausliegt. Sie beinhaltet alle wesentlichen Informationen zu den Inhalten der Studie und zum Verband. In bestimmten Fällen bietet es sich aber auch an, die Ergebnisse einer Studie zu nutzen, um gezielt Kontakte zu Mitgliedern des Bundestages aufzubauen bzw. zu pflegen. Dazu können Studienergebnisse einzelnen Abgeordneten exklusiv vorab zur Verfügung gestellt werden, sodass diese die Ergebnisse der Studie als Argumentationshilfe in eigener Sache nutzen können und gleichzeitig in der Öffentlichkeit im Sinne des eigenen Verbands argumentieren.

Tipp: Je nach Länge und Umfang der Studie können deren Ergebnisse auch etappenweise veröffentlicht werden. Hierdurch können Sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit über einen längeren Zeitraum auf Ihr Thema lenken. Werden Studienergebnisse einzelnen Abgeordneten vorab exklusiv zur Verfügung gestellt, sollte deren Auswahl in Abwägung mit den eigenen Zielen erfolgen.

von Nanette Baer & Deniz Üster

 

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– Jetzt pdf downloaden: Diesen Artikel finden Sie im IFK Verbandsstrategen (Ausgabe 07/2015, S. 5).


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