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Verbandsgezwitscher

(c) Istockphoto.com/ChristopheHeylenWelchen Standpunkt hat Ihr Verband zum aktuellen Thema? Wann findet die nächste Pressekonferenz statt? Welche Herausforderungen bewältigen Sie und Ihre Verbandsmitglieder im Moment? Mitglieder und Interessierte in Echtzeit über Themen, Standpunkte, Termine und Entwicklungen auf dem Laufenden halten – diese Idee steckt hinter der Nutzung der Social-Media-Plattform Twitter. Die 140-Zeichen-Nachrichten lassen sich optimal für Ihre Verbandszwecke nutzen.

Mit Twitter lässt sich neben der klassischen Verbands-Homepage ein weiterer Informationskanal schaffen. Die Idee dahinter: Verbände gehen dorthin, wo ihre Zielgruppen bereits sind – in die sozialen Netzwerke. Durch diese moderne und aufgeschlossene Kommunikationsstrategie können Interesse geweckt und so neue Mitglieder gewonnen werden. Neben Basisauskünften über den Verband und vielseitigen aktuellen Informationen können beispielsweise auch Fotos und Videos eingebunden werden – dadurch werden die Tätigkeit(en) und die Erfolge der Verbandsarbeit mehr Menschen zugänglich und für Mitglieder plastischer. Nicht nur Inhalte lassen sich aufbereiten und verbinden – gleichzeitig wird ein Netzwerk aus Mitgliedern und Interessierten aufgebaut. Das schafft gemeinsame Themen, soziale Nähe, erhöht das Zugehörigkeitsgefühl zum Verband und verstärkt dadurch die Mitgliederbindung.

Die ersten Schritte: Ein Twitter-Account wird geboren
Da es sich bei Twitter um ein einfaches Content-Management-System (CMS) handelt, sind Kenntnisse der Programmierung nicht erforderlich. Für die Registrierung auf twitter.com sind lediglich ein (Verbands-)Name, eine E-Mail-Adresse und ein Passwort notwendig. Im zweiten Schritt fällt die Entscheidung für einen verfügbaren festen Nutzernamen, unter welchem der Verband für andere Nutzer auf Twitter auffindbar ist. Über diesen unveränderlichen Nutzernamen, der nicht länger als 15 Zeichen sein darf, sollten sich Nutzer bereits vorab Gedanken gemacht haben. Soll es schlicht die gängige Abkürzung sein oder noch ein Zusatz angefügt werden?

Mithilfe der Einstellungen kann dann damit begonnen werden, den Account individuell zu bearbeiten und so das Profil zu schärfen: Das Verbandslogo wird als Profilbild hochgeladen und der Sitz des Verbandes sowie dessen Homepage werden angegeben. Die 160-Zeichen-Biografie soll genutzt werden, um sich kurz vorzustellen. Auch hier sollten Nutzer sich schon im Voraus einen knappen Text überlegt haben. Dann geht’s auch schon los! Aus 14 Kategorien – wie „Unterhaltung“ und „Blogs“ – kann der neue Nutzer selbst andere Twitterer auswählen, um deren Tweets (Kurz-nachrichten) zu abonnieren (Following). Auf der eigenen Twitter-Startseite finden sich alle abonnierten Nutzer mit ihren letzten Tweets.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich Zeit! Stimmen Sie für die ersten Einstellungen Ihre individuellen Bedürfnisse ab. Um sich mit den twittereigenen Begrifflichkeiten und Funktionen besser vertraut zu machen, ist die Hilfeseite von Twitter empfehlenswert: Unter https://support.twitter.com erhalten Sie Antworten auf alle Fragen und wertvolle Tipps zum Umgang mit dem Microblogging-Dienst. Nichts falsch machen Sie, wenn Sie sich zunächst als Einzelperson anmelden, die Funktionsweise auskundschaften und sich mit den Funktionen vertraut machen. Dabei können Sie sich auch bei anderen Verbänden umschauen und von deren Profilen lernen.

(c) istockphoto.com/ChristopheHeylenLayout: Gut verpackt ist halb gewonnen
Ein Anspruch der verbandseigenen Twitter-Page: Aufmerksamkeit. Die kann mit einem gelungenen Layout gewonnen werden. Was die farbliche Gestaltung angeht, ist vieles möglich: Die Seitenleiste und deren Rahmen sowie die verschiedenen Typen von Überschriften können individuell angepasst werden. Das größte gestalterische Potenzial bietet jedoch der Hintergrund. Schlicht oder originell, jugendlich oder beständig? Vom einfarbigen Hintergrund bis hin zum selbst entworfenen Background mit integriertem Logo ist alles möglich. Die Zielgruppe und das Image des Verbandes können dadurch unterstrichen werden. Der Ausgangspunkt für die Farbwahl ist das Verbandslogo: Passende Farben und geeignete Kontraste sollten darauf abgestimmt werden. Im Allgemeinen sollte für die Gestaltung der Twitter-Page gelten: der Wiedererkennungswert des Verbandes so hoch wie möglich, die Individualisierung für Zielgruppe und Image so hoch wie nötig.

Unser Tipp: Um den Rahmen des Möglichen kennenzulernen und um sich inspirieren zu lassen, können Sie sich zunächst im Internet umsehen. Auf Seiten wie http://karrierebibel.de/visitenkarte-twitter-10-beispiele-den-hintergrund-effektiver-zu-nutzen werden Beispiele für besonders individuelle und ansprechende Twitter-Pages gesammelt. Falls Sie keine Erfahrung mit dem Layouten haben, aber einen persönlichen Hintergrund entwerfen möchten, sollten Sie für die Erstellung einmalig die Hilfe eines Grafikers in Anspruch nehmen.

Content: Auf den Inhalt kommt es an
Um ein dauerhaftes Interesse aufrechtzuerhalten, muss die Twitter-Page einen erkennbaren Mehrwert für die Follower bieten – sie bietet mehr und andere Möglichkeiten als die Verbands-Homepage und sollte dabei nicht deren „Wiederkäuer“ sein. Vielmehr sollte sie Aktuelles in Echtzeit rund um das Verbandsgeschehen abbilden. Wie beeinflusst das aktuelle politische Geschehen die gegenwärtige Tätigkeit des Verbandes? Wann ist die nächste Spendengala geplant? Ein Tweet kann dabei auch lediglich eine Art Überschrift sein und auf andere Internetseiten, Fotos oder Videos bei Youtube verweisen. Über externe Apps, beispielsweise Twitpic, können statt eines Fotos pro Tweet auch mehrere Bilder verlinkt werden. In der Kurznachricht wird dann ein Vorschaubild angezeigt. Das Verlinken von externen Inhalten trägt generell zur Suchmaschinenoptimierung bei. Die Twitter-Präsenz des Verbandes kann somit bei Google schneller gefunden werden, was zu einer höheren Besucheranzahl verhelfen kann. Gewinnspiele, Wettbewerbe und Serien zu bestimmten Themen sowie Gutscheine oder Vergünstigungen sind mögliche Extras für die Follower der Twitter-Seite.

SOCIAL MEDIA FÜR VERBÄNDE UND NGOs
Agentur, Social Media, Twitter, Facebook

Beim Verfassen der 140-Zeichen-Nachrichten ist neben dem Gespür für Platzierung und Formulierung auch Kreativität gefragt – denn die Tweets sind das Herz dieser Plattform. Sie können z. B. witzig sein, als Frage formuliert werden oder Appellcharakter haben. Mitglieder und Interessierte können durch Fragen und Diskussionen zur Kommunikation angeregt werden. Dies erhöht wiederum den sozialen Austausch und zeigt, dass der Verband an den Meinungen seiner Mitglieder interessiert ist, diese ernst nimmt und einbeziehen möchte.

Wenn das passende Layout gefunden und der erste Tweet gepostet wurde, wird es Zeit, Follower zu gewinnen. Um die Mitglieder auf den Twitter-Auftritt aufmerksam zu machen, kann auf der Verbands-Homepage ein Button (Schaltfläche) eingerichtet werden. Dieser führt durch Anklicken direkt auf die Twitter-Page. Auch eine Rundmail, in der der Twitter-Auftritt (mit direktem Link) vorgestellt wird, kann dazu dienen, die Verbandsmitglieder als Nutzer zu gewinnen.

Unser Tipp: Vorbereitete Tweets zu einem bestimmten Zeitpunkt automatisch posten? Das ist mit den Webdiensten Hootsuite oder ifttt.com („if this, then that“ – „wenn dies, dann das“) möglich. Aus 22 Kanälen – wie Twitter, Flickr und Wetterdiensten – können Sie bei ifttt.com Auslöser („Trigger“) bestimmen, die ein Geschehen („Action“) auslösen.

Pünktlich zum Start einer Pressekonferenz kann die Pressemitteilung durch einen Tweet verbreitet werden. Oder wenn die Außentemperatur an einem Feiertag über 30 Grad steigt, kann Ihr Twitter-Account selbsttätig einen Tweet posten, der beispielsweise allen Verbandsmitgliedern Abkühlung wünscht.

(c) istockphoto.com/ChristopheHeylenMonitoring: Immer auf dem Laufenden bleiben
Neben der Anzeige der abonnierten Kanäle direkt im Twitter-Account kann sich die Nutzung eines zusätzlichen Monitoring-Dienstes lohnen. Ob kostenlos (wie Simply Measured) oder -pflichtig (wie tame), ermöglichen es diese Anwendungen auf unterschiedliche Weise, gezielt nach thematisch entscheidenden Tweets und verbundenen Hashtags zu suchen und so immer am aktuellen Geschehen teilzuhaben.

So lässt sich auf schnelle und einfache Art ermitteln, wann und wo über den Verband gesprochen wird, welche Trends aufkommen und welche möglichen Krisenszenarien sich anbahnen. Den Verband befähigt dies dazu, frühzeitig zu reagieren, um Themen für sich zu nutzen beziehungsweise kritischen Äußerungen zeitnah etwas zu entgegnen.

von Franziska Hiemer und Heike Hoffert, IFK Berlin

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