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Erfolgreich Mitglieder binden

Mitgliederbindung: Ohne Mitglieder geht's nicht. Zahlreiche Austritte von Mitgliedern machen Ihrem Verband zu schaffen? Sie wollen etwas dagegen unternehmen und Ihre Mitglieder besser an sich binden, anstatt Unsummen für das Anwerben von neuen Mitgliedern auszugeben? Die folgenden Tipps erläutern, wie Ihnen das gelingt.

Die Mitglieder sind die Legitimationsgrundlage eines jeden Verbandes. Durch eine hohe Anzahl von Mitgliedern lassen sich die gemeinsamen Interessen glaubwürdig vertreten. Allgemein gilt eine gute Mitgliederbindung als Erfolgsfaktor von Verbänden. Zufriedene und gebundene Mitglieder sind die besten Botschafter der Organisation und spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Gewinnung von neuen Mitgliedern. Durch die Möglichkeiten neuer Medien, professionalisierte Interessenvertretung und die dadurch häufiger auftretenden kurzfristigen Bündnisse auf der einen Seite und die zum Teil sehr starren formalen Strukturen aufseiten der Verbände wird das Halten von Mitgliedern aber zur zunehmenden Herausforderung.

Interne Kommunikation stärken!
Um Mitglieder nachhaltig zufriedenzustellen, muss die Kommunikation innerhalb des Verbandes stimmen. Die Mitglieder müssen sich als Teil des Verbandes fühlen und somit auch zumindest über die wichtigsten Verbandsaktivitäten informiert sein. Darüber hinaus muss den Mitgliedern stets bewusst sein, was ihnen die Mitgliedschaft an Nutzen einbringt. Für jeden Verband gilt: Mehrwert schaffen und diesen kommunizieren. Es nützt nichts, wenn ein Verband über ein gutes Angebot an Serviceleistungen verfügt, die Mitglieder darüber aber nicht ausreichend informiert sind. Klassische Tools zur internen Kommunikation sind natürlich regelmäßige Mitgliederversammlungen und die Mitgliederzeitschrift. Newsletter bieten sich ebenfalls für eine schnelle Verbreitung von verbandsinternen Neuigkeiten an, jedoch sollten diese knapp und aktuell sein und vertiefende Hintergründe für Interessierte anbieten, damit ihnen langfristig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Für einen schnellen Austausch der Mitglieder untereinander ist ein Verbands-
intranet äußerst hilfreich.

Tipp: Stellen Sie eine Art verkürzten Jahresbericht zusammen, in dem die wichtigsten Leistungen für die Mitglieder als Überblick dargestellt werden: „Zehn Erfolge, die wir in diesem Jahr für Sie erreicht haben“. Kommunizieren Sie kurz und bündig Ihre Kernaussagen. Intern wird dies vermutlich ein schwieriger Prozess. Machen Sie deswegen deutlich, dass es sich bei dem verkürzten Jahresbericht nicht um einen trockenen, hundertseitigen Geschäftsbericht handelt. Seien Sie sich außerdem darüber bewusst, dass eine allzu große Papierflut Ihre Mitglieder eher überfordert und dementsprechend auch eher ignoriert wird.

Auf Mitglieder eingehen!
Einen Verband gibt es nur aufgrund seiner Mitglieder, und die wollen zufriedengestellt werden. Das heißt, jedem Mitglied muss das Gefühl vermittelt werden, dass seine individuellen Erwartungen und Bedürfnisse beachtet werden. Dies ist natürlich bei großen und heterogenen Mitgliederstrukturen besonders schwierig. Hilfreich ist es, Fach- oder Interessengruppen zu bilden, sodass sich für jedes Mitglied eine passende Nische findet. Das verhindert z. B. auch die Abwanderung in kleinere spezialisierte Konkurrenzverbände. Zudem sollten auch die Individualleistungen des Verbandes, wie Beratung und Weiterbildungen, perfekt auf die Mitglieder zugeschnitten sein. Nur so entsteht ein deutlicher Mehrwert für die Mitglieder.

Doch wie werden all die Informationen zusammengetragen, die für solch eine umfassende Mitgliederorientierung benötigt werden? Die einzige Möglichkeit herauszufinden, was die Mitglieder denken, ist, sie zu befragen. Regelmäßige Mitgliederbefragungen sind deswegen für jeden Verband ein absolutes Muss. Sie liefern nicht nur die Informationsgrundlage zur Gestaltung des Verbandes, sondern zeigen zusätzlich das Interesse des Verbandes an seinen Mitgliedern und geben diesen damit das Gefühl, gehört zu werden und sich aktiv in die Arbeit des Verbandes einbringen zu können.

Was erwarten die Mitglieder vom Verband? Wie zufrieden sind sie mit der Interessenvertretung, der internen Kommunikation, der Beratung und den Weiterbildungsmöglichkeiten? Welche Angebote fehlen? Das sind nur einige der Fragen, die mit einer Mitgliederbefragung beantwortet werden können. Anhand der Ergebnisse können die Mitglieder dann in relevante Schwerpunktgruppen unterteilt werden. So ist es beispielsweise möglich, die Themen des Newsletters auf die individuellen Interessen der einzelnen Verbandsmitglieder abzustimmen und dementsprechend personalisierte Newsletter zu verschicken. Darüber hinaus ermöglicht eine solche Befragung es auch, die Kritiker unter den Mitgliedern auszumachen. Insbesondere diese gilt es dann von den Leistungen des Verbandes zu überzeugen.

Tipp: Geben Sie unbedingt den Mitgliedern Rückmeldung zu den Befragungen, zumindest in Form einer Danksagung für die Teilnahme. Besser ist es natürlich, den Mitgliedern ausgewählte Ergebnisse und bestenfalls daraus resultierende Maßnahmen für den Verband zu präsentieren. Es darf auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass die Mitgliederbefragung durch die Vielzahl von anderen Aufgaben im Verband untergeht und die Meinung der Mitglieder nicht ausreichend gewürdigt wird.

Treue honorieren!
Genauso wichtig wie die Mitgliederbindung zu verbessern ist es, diese Treue von Mitgliedern auch zu würdigen. Der Verband muss zeigen, dass jahrelange Mitgliedschaften geschätzt werden. Ebenso ist es wichtig, Ehrenamtlichen für ihre Dienste zu danken, denn auf diese ist die Organisation besonders angewiesen. Ehrenamtliche Mitarbeiter wollen, dass ihre Arbeit geschätzt wird. Die Mitgliederzeitschrift ist eine geeignete Plattform, um Jubilare und Ehrenamtliche zu würdigen. Ebenso bieten sich Jahresversammlungen an.

Tipp: Zeigen Sie Ihren Mitgliedern, dass Sie an sie denken. Geburtstagsgrußkarten und andere kleine Aufmerksamkeiten sind immer gerne gesehen.

Image ist alles!
Zufriedenheit allein reicht für eine gute Mitgliederbindung jedoch nicht aus. Das Gesamtimage des Verbandes ist entscheidend, denn Mitglieder wollen in gewisser Weise wie Kunden behandelt werden. Darum ist es wichtig, langfristig in das Image zu investieren und zu versuchen, den Verband als Marke zu etablieren. Mitglieder müssen begeistert werden. Zahlreiche Faktoren spielen dabei eine Rolle: Erfolg, Professionalität, Ansehen in Fachöffentlichkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität, Zukunftsorientierung, Fairness, individuelle Mitgliederbetreuung, Transparenz, Sympathie, Seriosität, Kompetenz.

 

Tipp: Das angestrebte Image für den Verband kann in Workshops gemeinsam mit Mitgliedern erarbeitet werden.
Wie soll der Verband sein? Wie wird der Verband momentan wahrgenommen? Wie kann ein Imagewechsel durchgeführt werden? Fragen wie diese müssen in den Workshops möglichst detailliert beantwortet werden.

Die verschiedenen Imagedimensionen sollen dabei auf ein klares Thema angewendet werden. Zudem wird damit der verantwortliche Verbandsbereich bestimmt und eine passende Kommunikationsmaßnahme eingeleitet.

von Cordula Egeler

 

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